„Ein ökologisch geplantes Einfamilienhaus muss nicht kostspieliger sein als ein konventionelles Bauvorhaben“ , sagt der Architekt Thomas Drexel aus Augsburg, der ein Buch über kostengünstige und zeitgemäße Öko-Häuser geschrieben hat. Für rund 200 000 Euro lasse sich sogar in Ballungsräumen wie München oder Hamburg ein vollwertiges Einfamilienhaus bauen.
„Um ökologisch und gleichzeitig preisgünstig ein Haus zu errichten, muss die finanzielle Seite aber schon von Anfang an berücksichtigt werden“ , betont Drexel. Schon die Beschaffenheit des Grundstücks habe Einfluss auf die späteren Baukosten. Ein schwieriger Untergrund wie Fels mache schwer kalkulierbare Fundament- oder Unterkellerungsarbeiten notwendig. Und wenn das Grundstück schlecht erschlossen ist, seien weite Wege mit entsprechend höherem Material- und Zeitaufwand die Konsequenz.
„Die Wahl des Grundstücks hat auch Auswirkungen auf den zukünftigen Energiebedarf des Hauses“ , sagt Wolfgang Plehn vom Umweltbundesamt in Dessau. Eine optimale Ausrichtung des geplanten Gebäudes nach den Himmelsrichtungen sei von Bedeutung. Ideal ist, wenn große Fensterflächen nach Süden die Sonne einfingen, sagt er. Nach Norden sollte das Haus möglichst „geschlossen“ geplant werden, also ohne Glasfronten.

Ansprüche selbst definieren
„Ökologisch orientiertes Bauen ist kein feststehendes Konzept, das auf jedes Bauvorhaben in gleicher Weise anzuwenden ist“ , sagt Detlef Bühmann vom Haushersteller Haacke Bau in Celle. Bauherren müssten die Ansprüche an ihr Öko-Haus selbst definieren. Um geeignete Baumaterialien und Komponenten auszuwählen, sollten sie sich beraten lassen. Denn auch preisgünstigere konventionelle Baustoffe wie Mineralwolle könnten in einem nachhaltig geplanten Haus verwendet werden.
„Ökologisch im Sinne von nachhaltig ist ein Gebäude nur, wenn die Umweltbelastung in jeder Lebensphase des Bauwerks von der Errichtung über die Nutzung bis zum Abriss beachtet wird“ , schränkt dagegen Dietmar Spitz vom Hersteller Baufritz in Erkheim (Bayern) ein. Bei der Auswahl der Baumaterialien müsse immer bedacht werden, dass den Nachkommen bei einem Abriss des Hauses kein Sondermüll hinterlassen werde.
„Ein möglichst geringer Energieverbrauch während der Nutzung sollte beim ökologisch orientierten Bauen einen großen Stellenwert haben“ , sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau in Bad Honnef. Dies nutze nicht nur der Umwelt, sondern spare auf Dauer Geld für Energiekosten. Energie sollte aber nicht um jeden Preis eingespart werden. Bei der Entscheidung für ein Energiekonzept - Passivhaus oder KfW-40- oder KfW-60-Haus - sollten auch ökonomische Kriterien Beachtung finden. „Nicht alles, was technisch möglich ist, rechnet sich wirtschaftlich“ , sagt Windscheif.
Kosten lassen sich beim ökologischen Bauen auch durch Vorfertigung, Standardisierungen und einfache Konstruktionen sparen, betont Drexel. Windscheif verweist außerdem auf staatliche Fördermittel für ökologisches Bauen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) biete beispielsweise sehr günstige Kredite an, die Finanzierung werde dadurch preiswerter im Vergleich zu einer Hypothek.

Literatur: „Die neuen Öko-Häuser - kostengünstig und zeitgemäߓ von Thomas Drexel, erschienen in der Deutschen Verlagsanstalt, ISBN 13-978-3-421-03445-8, Preis: 49,80 Euro

Service Holz und Lehm als Baustoffe
  Viel spreche bei Öko-Hausern für die Holzbauweise, da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertighaus aus Bad Honnef. Außerdem sei Holz CO 2 -neutral. Während der Wachstumsphase und der Nutzung des Holzes werde das Kohlendioxid im Holz gespeichert. Dies verringere den Anstieg der CO 2 -Konzentration in der Atmosphäre und steuere dem Treibhauseffekt entgegen.
Für einen ökologischen Neubau biete sich aber auch die Lehmbauweise - meist mit Lehmziegeln - an, empfiehlt Architekt Thomas Drexel aus Augsburg. Lehm erzeuge ein angenehmes Wohnklima. Die Ziegelbauweise sei ökologisch unbedenklich, insbesondere wenn gebrauchte Tonziegel verwendet werden.