Auf dem Rückweg von einem Wochenendausflug war der Reisebus am späten Sonntagabend nahe Neapel von einer Autobahnbrücke 30 Meter tief in einen Abgrund gefallen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zehn Mitglieder der Reisegruppe überlebten den Horror-Unfall schwer verletzt. Auch mehrere Kinder waren an Bord.

Der Bus mit insgesamt 48 Insassen war ersten Ermittlungen zufolge gegen 20.30 Uhr mit großem Tempo in ein Stau-Ende gerast und hatte mehrere Autos gerammt. Dann durchbrach er eine Leitplanke und stürzte in eine Schlucht. "Die Rettungsarbeiten waren sehr schwierig, weil der Bus nur noch ein Trümmerhaufen war und die Passagiere zwischen dem Blech eingeklemmt wurden", sagt Feuerwehrkommandant Alessio Barbarulo. In den gerammten Autos wurden neun Menschen leicht verletzt.

Die Unglücksursache war zunächst noch unklar, vieles deutete aber auf einen technischen Defekt hin. Augenzeugen berichteten von einem geplatzten Reifen und Problemen mit den Bremsen. Ein Arbeiter an der Autobahn sah den Bus vor dem Unglück mit überhöhter Geschwindigkeit und geöffneter Tür vorbeirasen. Der Fahrer soll zudem gegen die Leitplanke gefahren sein und so versucht haben, den Bus zu bremsen.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Die Leiche des Fahrers solle auf Alkohol- und Drogenrückstände untersucht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Im Fokus stehe aber nicht nur der Fahrer, sondern auch der Zustand der Straße und des Busses. Er sei im März bei der Inspektion gewesen, sagte Verkehrsminister Maurizio Lupi. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte alle Unterlagen zum Bus und Bilder aus Überwachungskameras an der Autobahn.

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Mehr als 40 Menschen sind bei einem Frontalzusammenstoß zweier Personenzüge in der Schweiz verletzt worden. Mindestens vier von ihnen erlitten bei dem Unfall am Montagabend schwere Verletzungen, teilten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mit. Die Kollision geschah in der Ortschaft Granges-près-Marnand im Kanton Waadt, als ein Zug im dortigen Bahnhof ankam, während ein anderer abfuhr. Krankenwagen, Feuerwehren und ein Rettungshubschrauber waren im Einsatz. dpa/bl