Heute, 15 Uhr, demonstriert ein Aktionsbündnis vor dem Cottbuser Bürgerbüro von Bildungsministerin Martin Münch (SPD). Die RUNDSCHAU hat mit dem hochschulpolitischen Sprecher der Studierendenvertretung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) gesprochen.

Die Polizei rechnet heute mit 150 bis 200 Demonstranten vor dem Bürgerbüro von Martina Münch. Wer demonstriert da eigentlich?

Wir sind ein Bündnis aus Studierenden und Schülern. Wir protestieren gegen die aktuelle Politik des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur und dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Was läuft in der Bildungspolitik in Brandenburg schief?

Die Kürzungspolitik des Landes. Dass zum Beispiel durch die gestrichenen Gelder die Betreuungsverhältnisse an den Universitäten und den Schulen leiden.

Aber Ministerin Münch ist doch für die Studenten die falsche Ansprechpartnerin.

Richtig, als Kultusministerin ist sie aber für die Schulen die richtige Ansprechpartnerin. Als Kabinettsmitglied kann sie unsere Interessen auch weitertragen.

Wie betreffen die Mittelkürzungen die BTU Cottbus?

Die BTU ist nur zu 62 Prozent ausfinanziert. Außerdem wurden uns dreieinhalb Millionen Euro Rücklagen gestrichen. Zusätzlich haben wir noch einen geringeren Haushalt bekommen. Auch da fehlen zwei Millionen Euro. Das schlägt sich in der Personalpolitik nieder. Die BTU kann 28 Professorenstellen vorerst nicht neu besetzen. Veranstaltungen werden zusammengelegt, damit die Gruppen größer sind.

Sie befürchten also, dass die Lehre unter diesen Bedingungen keine Zukunft hat?

Genau. Es kommt zum Beispiel auch der doppelte Abiturjahrgang. Mittel aus dem Hochschulpakt, die man für diese Belastung zurückgelegt hatte, werden von Rot-Rot aber verwendet, um Haushaltslücken im Landeshaushalt zu schließen.

Was erwarten Sie von Ministerin Münch?

Dass sie sich im Kabinett für uns einsetzt und die Bildung ausfinanziert wird. Frau Münch, nehmen Sie bitte die Kürzungen zurück!

Mit Sebastian Wirries sprach Alexander Dinger

Auch am Forster Büro der SPD und des Innenministers Dietmar Woidke wollen Schüler und Eltern am heutigen Mittwoch demonstrieren. Laut Gewerkschaft GEW wollen sie Unterschriftenlisten übergeben und auf die Probleme im Bildungssystem aufmerksam machen.