"Gemalt habe ich eigentlich schon immer", sagt der 49-Jährige. Ein Stück weit hat ihm dies offenbar sein Vater in die Wiege gelegt, denn der habe auch viel gezeichnet. "Er hat mir einst verschiedene Kreiden geschenkt, die ich noch heute besitze", so Frank-Olaf Engelmann. Inzwischen habe er viele Techniken probiert. Am liebsten verwende er Acrylfarben in der Verbindung mit verschiedenen Materialien wie Metall, Draht oder Schrauben.

Für seine künstlerische Ader blieb Engelmann freilich mit Beginn seiner beruflichen Laufbahn wenig Zeit. Nachdem er Forstfacharbeiter gelernt hatte, arbeitete er zuletzt 22 Jahre als Kraftfahrer und Möbelträger. "In dieser Zeit habe ich nur sehr wenig gemalt." Erst als er aufgrund einer Erkrankung ab 2007 seinen Job nicht mehr ausüben konnte und 2009 zum Erwerbsunfähigkeitsrentner wurde, änderte sich das - und zwar radikal. "Sofern ich das Material habe, können es am Tag schon mal zwei oder drei Bilder werden, die ich schaffe." Und er ergänzt: "Dabei ist das Malen für mich auch ein Stück weit Therapie."

Trotz der Kontakte zu weiteren Hobbykünstlern der Region sieht sich Frank-Olaf Engelmann als Alleinkämpfer. Das hat vor allem einen praktischen Grund: "Wenn ich eine Idee habe, dann muss ich die umsetzen, auch nachts um 2 Uhr. Da kann ich einfach nicht warten, bis ich zum Beispiel in die Räume der Kunstgilde kann." Und in der Tat würden die meisten seiner Werke in der Nacht entstehen.

Inzwischen hat Frank-Olaf Engelmann zwischen 250 und 300 Bilder geschaffen. Einen Teil davon habe er zwar verschenkt, trotzdem stehe er nun vor einem Problem: Seine Zwei-Raum-Wohnung platzt aus allen Nähten. So gesehen ist der Gubener fast schon ein wenig froh, 13 seiner Bilder für einige Monate in Pinnow präsentieren zu können. Zur Karpfenschänke habe er schon seit vielen Jahren ein Verhältnis: "Wir hatten hier gleich nebenan in den Ferien oft einen Bungalow. Und da ich wusste, dass hier ausgestellt wird, habe ich einfach nachgefragt."

Bilder auszustellen, ist für Engelmann nicht neu. Parallel zu den Werken in Pinnow sind derzeit einige seiner Bilder im Naemi-Wilke-Stift zu sehen. Auch im Museum in Tauer, im Gubener Stadtcafé und im Café Klatsch konnten Besucher bereits seine Werke begutachten.

In Pinnow präsentiert Frank-Olaf Engelmann vor allem abstrakte und stilisierte Bilder, aber auch einige Landschaftsmalereien. Zu sehen sind diese übrigens noch bis März des kommenden Jahres zu den Öffnungszeiten der Gaststätte.