Zunächst durfte aber die Siegerin des Elbe-Elster-Vorlesewettbewerbes, Vivien-Sophie Hänsel von der Grundschule Gröden, ihr Können zeigen. Stolz nahm die Zwölfjährige den Applaus des Publikums und das Lob von Christine Dähn entgegen, dass sie Talent zum Rundfunksprecherkind und "Literatur als Weg zum Herzen" vermittelt habe.Literatur und Musik als gemeinsamer Weg zum Herzen boten anschließend Natschinski und Dähn. Mit "Berührung" habe er "das schönste Liebeslied der DDR" geschrieben und sei ein Leben lang "reich an Gefühlen und Melodien" gewesen, wovon 500 Songs und 150 Filmmusiken überzeugen, verriet Christine Dähn ihre Motivation, über einen der produktivsten Komponisten ein Buch zu schreiben. Christine Dähn, vielen Saathain-Besuchern noch als Rundfunkmoderatorin von DT 64 mit zahlreichen Musikerinterviews aus der Unterhaltungsszene bestens im Ohr, fand auch in Saathain wie im Buch den passend-sympathisch-unterhaltsamen Ton. Begleitet von Songs, die Natschinski als Vollblutmusiker am Flügel, auf dem elektronischen Klavier, mit Gitarre, Mundharmonika und Gesang lustvoll darbot, zeichnete Christine Dähn mit Episoden und Lesestellen Leben und Musikerkarriere Natschinskis nach. Als Sohn von Komponist Gerd Natschinski und der "schönen Brünetten" aus dem Gasthof "Weißes Roß" in Clausnitz geboren, "verschliss" er drei Klavierlehrer, wusste mit 13, dass er Musiker werden wollte, erlebte in Berlin den lärmenden Rhythmus der Schönhauser Allee und die Beatles als musikalische Revolution. "Love me", ließ Natschinsky die Mundharmonika schluchzen. Von den "Erfolgen" seiner ersten Band erzählte Dähn ebenso humorig wie von den ersten Erfolgen beim weiblichen Geschlecht. "Und sie kommt", ja sie kamen immer, bis nur noch Maria, die große Liebe, kam. "Du hast … alles mit deinem Ich belegt". "Ich habe im Rockzirkel der DDR gelebt" und "Elvis Musik war rattenscharf", bekannte Natschinski. Trotzdem absolvierte er das Klassikstudium an der Musikhochschule Hannns Eisler. Zur jahrelangen Zusammenarbeit mit Sänger Jürgen Walter gehört die Geschichte um den Welttitel Natschinskis. "Wer möchte nicht gern ein Clown sein", ertönte in Saathain.Christine Dähn hat unermüdlich im "Steinbruch an Erinnerungen" von Thomas Natschinski gegraben, Bilder aus der großen Fotokiste zum Erzählen sowie 256 Seiten vergnügliche Literatur und musikalische Zeitgeschichte zu Papier gebracht und schließlich mit dafür gesorgt, dass der jahrzehntelang produktive Musiker zu seinem 60. Geburtstag mit Musikerkollegen endlich auch eine eigene CD eingespielt hat. Übrigens mit wunderschön-romantischen Texten von Christine Dähn. "Weit, weit und wild" spielte Natschinski davon."Was hast du mit mir gemacht?" Nun, Christine Dähn hat ihn dazu gebracht, dass sie ein Buch über sein Leben als Musiker und über den Sachsen, Berliner und Weltbürger schreiben durfte. Zum Schluss des zweistündigen Konzertes ließ Natschinski noch den "Albatros" von Karat fliegen. Mit gutem Grund: Christine Dähn hat brandaktuell einen Band über die DDR-Rockgruppe Karat vorgelegt. Gemeinsam mit Thomas Natschinski bietet sie auch eine Karat-Konzertlesung an. Die Besucher in Saathain waren von der Symbiose zwischen Musik und Literatur jedenfalls begeistert.