"Mama", trällerte der 12-Jährige glockenhell und hoch, sehr hoch. Und ein ganzes Land lag ihm zu Füßen. Zwei Jahre später war Heintje ein Weltstar und mehrfacher Millionär. Morgen wird der einstige Kinderstar 60 Jahre alt.

"Ich hatte einfach Glück", sagt Hein Simons - so, als ob er zufällig einen Talentwettbewerb in seinem niederländischen Heimatort Kerkrade nahe der deutschen Grenze gewonnen hätte. Hatte er auch. Aber danach folgte eine atemberaubende Kinderkarriere. Mehr als 40 Millionen Schallplatten, Konzerte in aller Welt, "Mama" und "Heidschi Bumbeidschi" führten die Hitparaden an.

Nüchtern blickt Simons auf diese Erfolge zurück. Typisch holländisch gelassen eben, obwohl er doch schon seit Jahrzehnten auf seinem Gut in Belgien wohnt. Ganz in der Nähe seiner drei Kinder und der Mama. "Ich hatte zum Glück gute Menschen um mich und einen klugen Manager."

Der Manager und Plattenproduzent machte seinem Namen alle Ehre: Addy Kleijngeld legte pro verkaufter LP einen Gulden für Heintje auf die Seite. Als der Stimmbruch mit 17 Jahren die Kinderkarriere beendete, war er "binnen", wie die Niederländer sagten. Er hatte ausgesorgt.

Aus Heintje - kleiner Hein - wurde wieder Hein. Als Hein Simons tritt er immer noch auf. "Es war eine fantastische Zeit", sagt der Sänger. Die Reisen, Konzerte, schreiende Fans, die Lümmel-Spielfilme an der Seite von Peter Alexander. Verlorene Kindheit? "Nein", sagt er voller Überzeugung und fast schon verblüfft über die Frage. "Das war doch toll." Nie wieder hat es einen zweiten Heintje in Europa gegeben.

Im vergangenen Winter lernten Millionen Niederländer ihren berühmten Landsmann neu kennen. Simons trat in der sehr populären Talkshow "De Wereld Draait Door" auf und präsentierte seine neue CD. Es war die Erste auf Niederländisch seit mehr als 40 Jahren. Das Publikum lag ihm zu Füßen. Nun präsentierte er auch in Deutschland seine neue CD: "Vertrau auf dein Herz".