„Ich bin ganz aufgeregt, dass mir beim Erzählen der Geschichten ein Fehler passieren wird“, sagt der zehnjährige Oskar Kuckei aus der 5. Klasse. Doch Laura Hanschick aus der Klasse 6 b beruhigt den Jungen. „Am Anfang ist jeder Schüler aufgeregt, doch mit Beginn der Veranstaltung vergeht das“, sagt die Elfjährige, die bereits im vergangenen Jahr die Figur eines Lutki vor den Besuchern mit Bravour spielte.

30 Schülerinnen und Schüler aus vier Klassen der Lübbenauer 1. Grundschule „Traugott Hirschberger“ hatten sich in einem Klassenraum versammelt, um ein vorweihnachtliches Programm mit viel Freude und persönlichem Engagement einzustudieren.

Bereits zum dritten Mal werden die Neun- bis Zwölfjährigen das Festprogramm zur Lübbenauer Spreewaldweihnacht am 3. und 4. Dezember am Großen Hafen bereichern. „Die Schüler werden als Lutken die Kahntouren begleiten und die Geschichten der fleißigen Wichtel den Gästen erzählen“, erklärt Carola Zimmermann, Fachlehrerin für Deutsch, Kunst und Darstellendes Spiel an der Grundschule.

Mit Begeisterung lesen die Kinder die lustigen und nachdenklichen Geschichten der Lutken. Einige Schüler fertigen Schriftrollen an und bekleben die Seiten mit den Geschichten. Mucksmäuschenstill ist es im Klassenraum, als alle 30 Lutken die Geschichten einstudieren oder ihre Schriftrollen anfertigen. „Es macht mir Spaß, anderen Menschen zur Adventszeit eine Freude zu machen“, so Jonas Neumann (10). „Ich kann lernen, wie man sich vor vielen fremden Menschen präsentiert“, bemerkt die zehnjährige Gina-Maria Elsner. Dorothea Goldhammer, Jasmin Wolf und Benedict Graf schlüpfen während der Probe in die Kostüme der Lutken. Ein bunter Gürtel schmückt das Gewand. Den Kopf bedeckt eine Zipfelmütze. „Das sieht toll aus, das wird den Besuchern des Spreewaldes gefallen“, so Jenny Eckert (11), die zum ersten Mal ein Lutki sein wird. „Ich bin stolz ein Lutki zu sein“, sagt Max Pautz aus der Klasse 6 a. Der Elfjährige schildert den anderen Kindern den genauen Ablauf der Veranstaltungen an den beiden Häfen. „Ich habe drei Geschichten von den Wichteln ausdrucksvoll vorgelesen, die allen sehr gut gefallen haben“, so Max stolz.

Im vergangenen Jahr liefen die Lutken die Strecke zwischen dem Großen Spreewaldhafen in Lübbenau und dem Freilandmuseum in Lehde. Wegen des Frostes waren die Spree und alle anderen Fließe und Gräben zugefroren. Die Wanderung hatte den Vorteil, dass die Kinder in Bewegung blieben und nicht froren. Viele Lutken machten auch die Fackelwanderung am Abend mit. „Das Programm machte auch ohne Kahnfahren Spaߓ, rief Lea Wagner aus der Klasse 6 b dazwischen. Auch sie konnte den Kindern viele Episoden über die letzte Spreewaldweihnacht erzählen. „Ich war auch erst sehr aufgeregt, aber meine Mutti hat die Daumen gedrückt, dann ging es viel besser“, so die Zwölfjährige.