Alyssa Carson hat einen Traum: Nichts wünscht sich die 13-jährige Amerikanerin sehnlicher, als an Bord der „Orion“ zu sitzen, wenn die Raumkapsel eines Tages zu ihrer Reise zum Mars abhebt. Der rote Nachbarplanet der Erde fasziniert Alyssa seit frühester Kindheit.

Flüge mit Astronauten an Bord der „Orion“ zum Mars sind zwar erst in den 2030ern geplant, aber Alyssas Wunsch könnte trotzdem in Erfüllung gehen. Sie wäre zu dem Zeitpunkt Mitte dreißig, hätte also genug Zeit, ihre Mission und ihren Traumberuf Astronautin zu planen. Schon jetzt kennt sich der Teenager bestens in der Raumfahrt aus.

Gemeinsam mit ihrem Vater Bert Carson wollte die 13-Jährige am Donnerstag im Kennedy Space Center den Start des ersten unbemannten „Orion“-Testflugs verfolgen. „Für mich ist es ein Symbol für den Beginn des Abenteuers der Menschheit, zum Mars zu reisen“, hatte Alyssa gesagt, die von der US-Raumfahrtbehörde Nasa zur Premiere eingeladen worden war. Ärgerlich: Der Start musste - unter anderem wegen technischer Probleme - verschoben werden. Bis zum neuen Starttermin am Freitag konnte Alyssa aus privaten Gründen nicht im Space Center warten.

Bei der Nasa ist die 13-Jährige dennoch Dauergast. Im Oktober hielt sie einen Vortrag auf einer TED-Veranstaltung (deutsch: Technologie, Unterhaltung, Design) zum Thema „Ich bin die Generation Mars“. Im Januar reiste sie anlässlich des zehnten Jahrestags der Mars-Landung der Rover „Spirit“ und „Opportunity“ nach Washington, um mit hochrangigen Nasa-Mitarbeitern über den Weltraum zu diskutieren.

Das Weltall-Fieber packte Alyssa mit drei Jahren. Damals sah sie im Fernsehen einen Zeichentrickfilm, dessen Helden zu einer Mars-Mission aufbrachen. Von ihrem Vater wollte sie mehr über den Weltraum erfahren. „Er erzählte mir von der Mondlandung und sagte, dass meine Generation auf den Mars fliegen würde“, erinnert sich Alyssa. Seitdem bereitet sie sich auf eine Karriere als Astronautin vor und besucht sogenannte Weltraum-Camps in den USA, der Türkei und in Kanada.

Auch andere Jugendliche teilen Alyssas Leidenschaft. So sei etwa die 17-jährige Abigail Harrison, die sich selbst Astronauten-Abby nennt, ebenfalls zum Start der „Orion“ ins Kennedy Space Center eingeladen worden, sagt Nasa-Sprecher Bob Jacobs. Die Behörde, die verstärkt das Interesse Jugendlicher wecken will, begrüßt begeisterte Fans wie Alyssa und Abby. „Wir freuen uns über jeden jungen Menschen, der sich der Raumfahrt widmen möchte“, betont Jacobs. Auf ihrer Webseite schreibt die Nasa: „Die Vorschulkinder von heute werden die Astronauten der 2030er Jahre sein.“

Dies liegt vor allem daran, dass heutzutage zwischen Projektidee und Umsetzung viel mehr Zeit vergeht als früher. So dauerte es nur etwa sieben Jahre von der US-Ankündigung, zum Mond zu fliegen, bis zur ersten Mondlandung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin 1969. Flüge mit der „Orion“ zum Mars müssen dagegen viel länger vorbereitet werden.