Es hätte in einer Katastrophe enden können, doch Tadeusz Wrona (54), Pilot der polnischen Fluggesellschaft LOT, behielt die Nerven: Nachdem seine Maschine mit 231 Passagieren an Bord Fahrwerkprobleme hatte, musste Wrona eine Bauchlandung auf dem Warschauer Flughafen machen. Die Notlandung mit der Boeing 767 glückte, Passagiere und Besatzung kamen am Dienstag mit dem Schrecken davon. Nun wird Wrona in Polen als Held des Flugs Nummer 16 von New York nach Warschau gefeiert.

LOT-Chef Marcin Pirog stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, als er das Beinahe-Unglück kommentierte. „Er ist ein erfahrener Pilot, der seit 20 Jahren für uns fliegt“, sagte er über Wrona. „Er hat eine einfach perfekte Notlandung hingelegt.“

Der Pilot zeigte sich am Mittwoch noch immer ratlos über das gerade noch abgewendete Unglück: „Rund 500 Mal habe ich dieses Flugzeug geflogen, und immer funktionierte das Fahrwerk.“ Alle Versuche, die Räder auszufahren, seien gescheitert. „Da habe ich die Bodenkontrolle informiert, dass es eine Notlandung geben wird.“

An Bord herrschte nach Berichten von Augenzeugen überwiegend Ruhe, als die Boeing eine Stunde lang über Warschau kreiste, um ihre letzten Treibstoffvorräte aufzubrauchen und die Gefahr eines Brandes bei der Landung zu verringern. „Einige haben gebetet, einige haben geweint“, sagte eine Reisende im polnischen Fernsehen.

Schon Wronas Name ist „geflügelt“: Wrona bedeutet auf Polnisch „Krähe“. Auf einer Fanseite bei Facebook haben sich Wrona-Anhänger ein Wortspiel einfallen lassen: „Lataj jak orzel, laduj jak Wrona!“ (Flieg wie ein Adler, lande wie eine Krähe/Wrona) heißt es dort.