Die Männer werden sie nur riechen und hören, nicht sehen können. Josefine ist beim "Dating in the Dark", Speed-Dating im Dunkeln. Diese Art, einen Partner zu suchen, ist nach Worten der Initiatoren Jörn Neubauer (32) und Stefan Tolkmitt (32) neu in Deutschland. Die Teilnehmer sitzen sich im King Kong Klub in Berlin-Mitte mit Augenbinden paarweise gegenüber. "Hallo?", fragt Josefine vorsichtig. "Mit wem spreche ich?", antwortet der Unbekannte. "Mit Josefine, also Jo. Josefine hört sich so streng an." "Wer bist'n du?", möchte Frieder, der Unbekannte, wissen. Die Chance, bei einem gewöhnlichen Speed-Dating einen Partner zu finden, liege bei 4,5 Prozent. Das haben der Psychologe Jens Asendorpf und seine Kollegen von der Humboldt Universität Berlin herausgefunden. Dabei sei die Attraktivität des Gesichts ausschlaggebend. Tolkmitt findet: "Wir sind zu sehr von optischen Vorurteilen gefangen. Ausgerechnet das, worauf wir am wenigsten Einfluss haben, bestimmt, ob wir eine Chance bekommen oder nicht." Beim Date im Dunkeln sollen deshalb der Hör- und Geruchssinn entscheiden. Je sympathischer die Stimme, desto höher die Chance auf ein Wiedersehen. Josefine gefällt Kevin, ein 31-jähriger Niederländer. "Der hat einen süßen Akzent", verrät sie. Eigentlich hatte sie an diesem Abend auf einen Berliner mit tiefer, erotischer Stimme gehofft. Ob Kevin zu Josefine passt, wird sich zeigen, wenn sich die beiden in die Augen blicken.