Herr Büchl, was bewog Sie zu diesem Schritt?
Das hat sich bereits nach der vergangenen Saison herauskristallisiert. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, aber es gibt unüberbrückbare Differenzen zwischen dem Trainer und der Abteilungsleitung. Es bestehen unterschiedlichste Auffassungen über die Vereinsphilosophie und die Strukturen. Für die Mädels tut es mir leid. Sie waren 2007 schon einmal zurückgetreten...
Ja, da waren wir nach dem Aufstieg in die Berlin-Brandenburg-Liga direkt wieder in die Oberliga abgestiegen. Da habe ich das Handtuch geworfen, mich nach einem Jahr aber wieder überreden lassen.Weil Ihnen die Mannschaft am Herzen liegt?
Ja natürlich. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis, ich war manchmal wie eine Vaterfigur, öfter aber einfach ein Freund. Die Mädels kamen immer mit sportlichen, aber auch privaten Fragen zu mir. Und die meisten kenne ich ja auch schon aus den Jugend-Spielzeiten. Wir haben als Truppe gut funktioniert.Wie sehen Sie die Entwicklung des VfB-Teams?
Wir haben immer oben mitgespielt. Im Verein wäre ein dritter oder vierter Platz auch nicht gern gesehen worden. Aber man darf nicht vergessen, dass wir eine Freizeitmannschaft sind. Wenn ich Glück hatte, war beim Abschlusstraining am Freitagabend die ganze Mannschaft komplett. Oft war das aber nicht der Fall, weil wir zu viele Auswärtige haben. Ich hatte einen Kader von elf Frauen, davon zwei Torhüterinnen, außerdem drei A-Jugendspielerinnen. Teilweise mussten wir also mit acht Spielerinnen antreten. Uns war allen klar, dass es keine einfache Saison werden würde. Dass wir nun um den Titel mitspielen, übertrifft all unsere Erwartungen. Allerdings haben die Mädels auch hart gearbeitet. Ihre Bemühungen haben sie sich mit dem Saisonverlauf selbst belohnt.Es reizt Sie nicht, den möglichen Aufstieg zu begleiten?
Ehrlich gesagt, wenn ich weiter Trainer wäre und die Frauen als Landesmeister in die neue Ostsee-Spree-Liga aufsteigen könnten, würde ich darauf verzichten. Klar wäre es sportlich reizvoll, und finanziell wäre es auch zu stemmen. Aber ich glaube, Anreisen von mehr als vier Stunden würde ich dem Team nicht zumuten. Und ich weiß nicht, ob man sich das kräftemäßig antun muss.Was wünschen Sie Ihren Mädels für die Zukunft?
Ich hoffe, dass sie ohne Verletzungen durch die nächsten Wochen kommen. Denjenigen, die gerade im Abitur stecken, wünsche ich einen guten Abschluss. Und ich wünsche mir, dass sie ihrem neuen Trainer eine Chance geben und hoffentlich so erfolgreich bleiben. Glauben Sie mir, ich gehe weniger mit einem lachenden Auge. Es war eine schöne Zeit. Aber ich bleibe dem Verein ja erhalten.Es fragte Kornelia Noack.