Die RUNDSCHAU fragte bei Unternehmern und Bürgern nach, was sie von der geplanten Maut halten.

Siegfried Deutschmann ärgert die geplante Kostenerhöhung auf den Straßen. „Hier wird nach einer Lücke gesucht, um die Haushaltslöcher zu stopfen. Das treibt die Nebenkosten in die Höhe.“ Der Elsterwerdaer Geschäftsführer der Itec GmbH hat fünf Autos in seinem Firmenbesitz. Da würde ihn die Maut besonders treffen. „Durch die Umverteilung geht alles wieder zu Lasten der Arbeitnehmer.“

Eberhard Kühnberg sieht die Maut nur dann als gerechtfertigt, wenn die Regierung bei der Kfz-Steuer entlastet. „Dennoch werden die Leute bei einer neuen Maut versuchen, Autobahnen zu meiden. Das führt zu einer höheren Belastung der Landstraßen und zu einem größeren Unfallrisiko“, äußert sich der Leiter der Herzberger Verkehrswacht.

Hartmut Theile steht einer geplanten Mauteinführung neutral gegenüber. „Wenn die eingenommenen Gelder auch wirklich für den Straßenbau und die Infrastruktur eingesetzt werden, wäre die Maut vertretbar“, sagt der Geschäftsführer vom Elsterwerdaer Holzzentrum Theile.

Grundsätzlich gegen das Vorhaben ist Uwe Werner. „Zumal es jeden Bürger betreffen würde und die Pendler dann doppelt bestraft sind“, so der Finsterwalder. „Nur wenn im Gegenzug die Kfz-Steuer abgesenkt wird, dann wäre das in Ordnung.“

Michaela Bressel kann die ganze Aufregung nicht verstehen. „In Italien und Österreich müssen doch auch alle einheimischen Bürger für die Nutzung der Autobahnen bezahlen, und keiner regt sich darüber auf.“ Die Finsterwalderin hofft, dass das eingenommene Geld an der richtigen Stelle für die Instandsetzung von Autobahnen eingesetzt wird. „Dann würden die Bürger eine Einführung der Maut wohl auch eher akzeptieren.“