Mai 1937 - vor genau 80 Jahren - von der geplanten Landung des Luftschiffs "Hindenburg" in Lakehurst im US-Bundesstaat New Jersey, ganz in der Nähe der Metropole New York. Die "Hindenburg" hatte schon mehr als 60 Fahrten hinter sich, diese war bislang ganz normal verlaufen. Doch dann schossen plötzlich Flammen aus dem Heck.

"Es brennt. Es brennt, und es stürzt ab!", schrie Radioreporter Morrison ins Mikrofon. Innerhalb von Sekunden ging das gewaltige Luftschiff komplett in Flammen auf, und Morrison wurde live vor dem Mikrofon von seinen Gefühlen überwältigt. "Das ist so furchtbar, die schlimmste Katastrophe der Welt", schluchzt er. "Oh, the humanity" ("Oh, Menschheit"). 36 Menschen sterben, 13 Passagiere, 22 Crewmitglieder und ein Mitglied der Bodenmannschaft. Die LZ 129 "Hindenburg" wird völlig zerstört.

Es war weder das erste noch das schwerste Unglück der Luftschifffahrt - aber das Ende einer Ära. Die Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt. Die meisten Experten gehen von einer elektrostatischen Entladung aus, die das Gas entzündete.

Die "Hindenburg", benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847-1934), der Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt hatte, galt als die "Titanic der Lüfte", als das größte und schönste Luftschiff der Welt. Der Mitte des 19. Jahrhunderts in Konstanz geborene Graf Ferdinand von Zeppelin hatte die Luftschiffe marktreif gemacht, sie galten als deutsche Spezialität und wurden weltweit bewundert. Die LZ 129 ist bis heute das größte Luftfahrzeug, das jemals gebaut wurde und geflogen ist.

Eine Fahrt mit der "Hindenburg" war Luxus pur: großzügig gestaltete Räume, festlich gedeckte Tische, bequeme Polsterstühle, Piano und Rauchersalon. Und natürlich Fenster mit unvergleichlichem Panoramablick. Die "Hindenburg" konnte bis zu 131 Kilometer pro Stunde zurücklegen, war mit 235 Metern fast so lang wie ein Ozeandampfer und nahm 72 Passagiere auf. Als Traggas wurde Wasserstoff verwendet, denn Helium wollten die USA nicht an Hitlers Deutsches Reich liefern.

Ab dem ersten Probeflug im März 1936 legte die "Hindenburg" auf 63 Fahrten insgesamt 337 129 Kilometer zurück, beförderte 7305 Menschen, 9758 Kilogramm Fracht und 8869 Kilogramm Post. Sie fuhr insgesamt achtmal nach Südamerika und zurück, elfmal nach Nordamerika.

Doch das Ende der "Hindenburg" wird auch zum Ende der Ära der Luftschiffe. Erst 1997, mehr als 60 Jahre später, stieg über dem Bodensee wieder ein Zeppelin auf, der "Zeppelin NT" (Neuer Technologie). Diese neuen Luftschiffe waren allerdings mit 800 Kubikmeter deutlich kleiner als ihre 200 000 Kubikmeter umfassenden Vorgänger und waren anstelle von Wasserstoff mit nicht brennbarem Helium gefüllt.

In Lakehurst in New Jersey wird mit einem Denkmal an die "Hindenburg"-Katastrophe erinnert. 2014 starb mit Werner Franz der letzte Überlebende der Crew. Als 14-Jähriger hatte Franz im Zeppelin als Kabinenjunge gearbeitet. Als das Feuer ausbricht, spürt er einen heftigen Ruck, sieht Flammen, springt und rennt. Sein Leben lang sei Franz, der nach dem Unglück für die Luftschiff-Reederei Besucher durch eine Zeppelin-Halle führte, von der Katastrophe traumatisiert gewesen, sagte seine Witwe einmal. "Mein Mann hat mir erzählt, dass er jedes Mal, wenn starkes Licht in die Halle fiel, Panik bekam."

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Schon der Ausdruck "Luftschiff" verrät, warum Himmelsfahrzeuge wie die "Hindenburg" einst gebaut wurden: Schnell wie ein Flugzeug und geräumig wie ein Schiff sollten sie sein. Die Reisegeschwindigkeit der "Hindenburg" betrug zwar nur 120 km/h, und ihre Kabinen ähnelten denen von Schlafwagen. Sie konnte allerdings 72 Passagiere und rund elf Tonnen Fracht aufnehmen, mehr als fast alle Verkehrsflugzeuge ihrer Zeit. Auch die Reichweite dieses fliegenden Hotels von bis zu 16 000 Kilometern war phänomenal.