Herr Schelletter, sechs Spiele, sechs Siege, erster Platz. Wo soll die Reise hingehen?

Vorläufig ist immer noch das Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen. Dazu benötigen wir ca. 20 Punkte. Zwölf Zähler haben wir bereits. Wir wollen die restlichen Punkte so schnell wie möglich holen, damit wir nicht bis zum Ende der Saison um den Klassenerhalt zittern müssen.

Dürfen die Lübbenauer Fans vom Durchmarsch träumen?

Wir sind realistisch genug und wissen, dass die derzeitige Tabellenführung bei Punktgleichheit mit dem LHC Cottbus nur eine Momentaufnahme ist.

Für Außenstehende ist es nicht zu erklären, dass Ihre Mannschaft als Aufsteiger so unglaublich stark spielt. Schließlich gab es keine hochkarätigen Verstärkungen. Was sind die Gründe dafür?

Wir haben einen ausgeglichenen Kader und sind dadurch in der Lage, ein Spiel komplett auf annähernd gleichem Niveau zu spielen. Einzelne Ausfälle von Leistungsträgern können wir kurzzeitig kompensieren. Tony Mudrick, Dustin Trenkmann und Chris Wilde fehlten bereits in einigen Spielen - trotzdem haben wir gewonnen. Die Mannschaft ist spielerisch, aber auch menschlich gereift. Alle identifizieren sich mit dem Saisonziel. Neuzugang Matthias Lehmann ist eine starke Bereicherung für die Mannschaft. Durch ihn ist unsere Deckungsarbeit stabiler geworden. In der Umsetzung der taktischen Vorgaben haben wir uns ebenfalls verbessert. Die beiden Nachwuchsspieler Torwart Lars Kasper und Linkshänder Thomas Werban entwickeln sich gut und werden in Zukunft unsere spielerischen Möglichkeiten erweitern. Lars hat ja sein Potenzial bereits beim Auswärtssieg in Ludwigsfelde angedeutet.

Der HC Spreewald hatte im vergangenen Spieljahr in dieser Liga insgesamt 13 Punkte geholt und war deutlich abgestiegen. Sie haben nun schon zwölf Zähler. Sind Sie von Ihrer Bilanz bisher auch überrascht oder haben Sie damit gerechnet?

Ich bin angenehm überrascht über die bisher gezeigten Ergebnisse unseres Teams. Realistisch gesehen liegen wir nach derzeit sechs Spielen über den Erwartungen. Aber wenn wir die Klasse halten wollen, müssen wir versuchen, in erster Linie unsere Heimspiele gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld und dem unteren Tabellendrittel zu gewinnen. Das ist uns bisher gut gelungen. Dass wir auswärts, egal unter welchen Umständen, die Spiele in Neuruppin, Eberswalde und Ludwigsfelde gewonnen haben, ist auch ein Zeichen des gewachsenen Leistungsvermögens.

Das nächste Spiel findet erneut auswärts statt - am Samstag beim Berliner FC Preußen. Eine Woche später geht es zu Hause gegen den ebenfalls noch verlustpunktfreien LHC Cottbus. Wie sehen Sie die Chancen in diesen Spielen?

Das Spiel bei den Berliner Preußen wird sicherlich keine leichte Aufgabe. Der Absteiger aus der Regionalliga hat in der laufenden Saison sein Leistungspotenzial noch nicht ausgeschöpft und liegt mit Platz zehn derzeit unter den Erwartungen. Ein Sieg gegen den Spitzenreiter wäre für Preußen ein gutes Signal, um sich in der Tabelle nach oben zu orientieren. Unser Team wird aber alles daran setzen, die Tabellenführung zu behaupten. Am Samstag darauf wollen wir dem LHC Cottbus, der für mich einer der Aufstiegskandidaten ist, in eigener Halle alles abverlangen. Sollten alle Spieler fit und einsatzbereit sein, sehe ich uns im Spiel gegen Cottbus nicht chancenlos.

Auf welchem Platz steht die TSG Lübbenau 63 am Saisonende?

Auf keinem Abstiegsplatz.

Wenn es der erste Rang wird, würde der Verein das Aufstiegsrecht wahrnehmen?

Erster Rang? Wir sind doch hier nicht bei den Gebrüdern Grimm.

Mit Sylvio Schelletter

sprach Lars Hartfelder