Sie werden doch bestimmt ganz unter uns schon mal verraten, mit welcher Wette Sie antreten?
(lacht) Ja, auf jeden Fall. Aber erst, wenn Sie Ihr Diktiergerät ausgeschaltet haben.

Das ZDF hat Ihnen wohl strikte Richtlinien verpasst?
Ja, klar, die sind da streng. Man darf eigentlich nichts sagen. Nur so viel: Ich balanciere - und es geht um Fußball.

Wir wissen immerhin schon, dass der FC Energie Cottbus mit Ihnen auf die Showbühne darf. Wieso haben Sie den FCE ausgewählt?
Erstens ist es die beste Mannschaft in Brandenburg. Und zweitens haben wir gemeinsame Interessen. Ich habe eine Initiative gegründet, die heißt "Jung gegen rechts" - und bei Themen wie Toleranz oder Kampf gegen Rechtsextremismus kooperieren wir gut. Energie Cottbus passt zu mir.

Was steckt hinter Ihrer Initiative?
Anfang des Jahres habe ich die gemeinsam mit einem Schulfreund gegründet. Wir wollen gerade junge Leute ansprechen - damit die sich mehr mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen und kein falsches Weltbild in die Zukunft tragen.

Wie sieht die konkrete Arbeit aus?
Wir machen verschiedene Aktionen. Beispielsweise haben wir eine Polenreise hinter uns. Während der Fußball-EM waren wir in Krakau und Warschau und haben dort mit jungen Leuten gesprochen. Wir wollten rüberbringen, dass man sich über die Fußballbegeisterung hinweg auch mit der deutschen Geschichte beschäftigen kann. Wir veranstalten an Schulen auch Workshops, wo wir uns mit dieser Thematik beschäftigen.

Woher kommt Ihre Verbindung zum Fußball?
Ich bin leidenschaftlicher Fußballfan, spiele selbst auch ein bisschen, aber nicht sonderlich erfolgreich. Aber ich habe mir schon bewusst in diesem Jahr eine Wette gesucht, bei der ich meine Leidenschaft, den Fußball, mit meinem Talent, dem Balancieren, verbinden kann.

Sie waren im vorigen Jahr schon einmal bei "Wetten dass?" und haben dort 15 Getränkekisten auf dem Kinn balanciert. Was war das für ein Erlebnis?
Das war alles noch viel aufregender als dieses Mal. Vor einem Zehn-Millionen-Publikum, mit 16 Jahren, das war Adrenalin pur. Aber da habe ich auch mitbekommen, dass man in so einer Livesendung auch noch andere Botschaften rüberbringen kann. Deswegen werde ich dieses Mal ganz bewusst den Aspekt "Jung gegen rechts" mit einbringen.

Klingt ziemlich clever. Aber gestatten das die strengen Redakteure denn überhaupt?
Ja, auf alle Fälle. Wir haben auch schon einen Einspielfilm gedreht, da sollte ich auch schon über mein Projekt berichten. Das gefällt denen offenbar sogar gut, dass ich auch noch andere Inhalte rüberbringen will.

Es ist ja überhaupt ungewöhnlich, dass das ZDF so schnell einen Kandidaten zum zweiten Mal einlädt. Ist das Zufall?
Ich musste mich mit meiner Wette schon durchsetzen. Aber ich hatte einen Bonus, weil ich die Kontakte vom letzten Mal noch hatte. Ich konnte die Redakteure direkt anschreiben, habe denen dann meine Wette vorgestellt. Dann ging es relativ schnell.

Wieso können Sie eigentlich so gut balancieren?
Ich hatte schon immer ein ganz gutes Gleichgewichtsgefühl. Mit acht Jahren habe ich dann angefangen, mir das selbst beizubringen. Ich habe mich immer weiter gesteigert, da musste ich mein Kinn und meinen Nacken natürlich auch erst trainieren.

Was würde es Ihnen bedeuten, diese Wette zu gewinnen?
Gewinnen ist natürlich wichtig, weil ich auch will, dass Energie Cottbus gut dasteht. Wir hoffen auch, Wettkönig zu werden. Aber "Jung gegen rechts" steht andererseits schon etwas mehr im Vordergrund.

Beim letzten Mal waren Sie noch bei Thomas Gottschalk zu Gast, nun ist Markus Lanz der neue Wetten-dass. .?"-Moderator. Was erwarten Sie?
Witzigerweise war Markus Lanz bei meinem ersten Auftritt mein Wettpate, ich habe ihn also schon kennengelernt. Er macht das gut und ich denke, er wird sich jetzt weiter von Sendung zu Sendung steigern. Das war bei Thomas Gottschalk ja auch so. Als er die Sendung von Frank Elstner übernommen hatte, musste er ja auch erst einmal große Fußstapfen füllen.

Es werden einige Topstars in Freiburg zu Gast sein. Auf wen freuen Sie sich besonders?
Ich freue mich eigentlich auf alle, natürlich schon auf die internationalen wie Rihanna oder Pink. Aber auch auf die deutschen Stars, weil man zu denen noch etwas näher ist. Die kann ich zum Beispiel auch mal auf mein Projekt "Jung gegen rechts" ansprechen. Die amerikanischen Stars sind da schon ein bisschen distanzierter, müssen dann auch immer schnell weg.

Für Ihre Wette brauchen Sie die beiden Energie-Profis Daniel Ziebig und Alexander Ludwig. Wie klappt die Zusammenarbeit?
Sehr gut, ich freue mich jedes Mal darauf, wenn ich mit ihnen trainieren kann.

Was genau hatten sie da trainiert?
Keine Chance. Ich bin mir sicher, es wird eine große Show.