In Deutschland gab es zahlreiche Unfälle mit Dutzenden Verletzten. Ein Autofahrer starb auf der A7 in Schleswig-Holstein. Ursache für den Unfall war vermutlich Glätte, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. Am Frankfurter Flughafen wurden 125 Flüge wegen des starken Sturmes annulliert. In Leipzig/Halle und Dresden wurden einzelne Flüge gestrichen. Wetterdienst und Bahn geben noch keine Entwarnung.

Die Geschwindigkeiten der Windböen hielten sich im Land Brandenburg am Freitag zunächst noch in Grenzen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam mitteilte. Am Nachmittag erreichten sie demnach vereinzelt noch Geschwindigkeiten von bis zu 50 Stundenkilometern. "Egon" zog indes Richtung Polen weiter. Vielerorts in Brandenburg regnete es, im Osten des Landes gab es laut DWD Schneeregen. Zum Wochenende könnten die Straßen wieder glatt werden.

In den nächsten Tagen wird es demnach tagsüber regnen, die Temperaturen bewegen sich voraussichtlich im Plusbereich. Für Samstag werden Höchstwerte von bis zu drei Grad erwartet, am Sonntag bis zu zwei Grad. In den Nächten wird es laut DWD Temperaturen unter Null geben. Das könnte dann zu glatten Straßen führen.

Bereits am Freitag gab es auf Straßen wegen Glätte wieder Verkehrsbehinderungen. Ein Unfall mit mehreren Autos ereignete sich etwa in Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz), wie die Polizei mitteilte. Zunächst rutschte am Freitag ein Auto in einen Graben. Ein Fahrer eines anderen Autos versuchte zu helfen - in der Folge prallte dann ein drittes ankommendes Auto gegen beide Wagen. Als später die Polizei den Unfall aufnahm, fuhr ein weiteres Auto gegen den Streifenwagen. Verletzt wurde niemand.

Für stärkere Behinderungen hat "Egon" in Sachsen gesorgt. Böen der Windstärke 11 wurden am Freitag im Raum Chemnitz gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. Auf dem Fichtelberg brachte es der Wind auf eine Geschwindigkeit von bis zu 149 Kilometer pro Stunde - das entspricht einem Orkan - und der höchsten Windstärke 12. Die Schwebebahn und der Vierersessellift standen still.

"Da geht die Sicherheit vor", sagte der Geschäftsführer der Fichtelberg Schwebebahn GmbH, René Lötzsch. Lediglich ein Schlepplift sei in Betrieb.

Auch in der Skiwelt Schöneck im Vogtland blieben Schlepp- und Sessellifte angesichts von Orkanböen bis zu 90 Kilometer pro Stunde und starken Schneeverwehungen geschlossen.