Seitdem ist es ruhig geworden um den gebürtigen Berliner, der heute 90 Jahre alt wird. Ein Interview will der Münchner nicht geben. Unauffällig, zurückhaltend, dabei gelassen und Bösewichten gegenüber unerbittlich - so beschrieb das ZDF den Hauptkommissar Kress. Sein Lebensinhalt: Der Kampf gegen das Verbrechen. Ein bisschen mag das auch auf Schimpf selbst zutreffen, hatte er sich in den zwei Jahrzehnten als TV-Polizist doch einige Kenntnisse angeeignet.

"Ich stelle mir einfach vor, ich wäre tatsächlich Kriminalbeamter, ohne natürlich gleich zu beamtenhaft zu wirken", beschrieb er im Jahr 2000 nach 15 Dienstjahren seine Einstellung zu der Rolle. In seine Ermittlererfahrung habe er so großes Vertrauen, dass er sich zweifellos zutrauen würde, auch im echten Leben einen Mord zu lösen.

Schon in den 1950er-Jahren stand Schimpf auf der Bühne und vor der Kamera. Im "Tatort" spielte er ebenso mit wie in fast 50 Folgen der Krimi-Serie "Soko 5113". Ein Glück war die Begegnung mit Helmut Ringelmann. Der erfolgreiche Münchner Produzent holte Schimpf erst 1984 für die Samstagabend-Serie "Mensch Bachmann" und dann 1986 für "Der Alte".

Allerdings sei seine Karriere als Schauspieler reiner Zufall gewesen, verriet Schimpf, dessen Vater Marineoffizier war, einmal. Eigentlich wollte er Arzt werden, bekam aber nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Studienplatz. Auch die Forstwissenschaften interessierten ihn. Doch dann sei ihm dieses Studium als zu anstrengend und zu lang erschienen.

So landete er beim Theater. "Da war's dann gelaufen, da wusste ich dann, wo ich hingehöre!" Trotz seines Erfolgs gibt sich Schimpf, der 1968 die Schauspielerin Ilse Zielstorff heiratete, bescheiden: "Berühmtheit ist reine Glückssache. Man muss versuchen, anständige Arbeit abzuliefern", sagte er mal auf die Frage, was er jungen Schauspielern raten würde.