Bei einer Sprengstoffexplosion in einer Cottbuser Wohnung hatte sich Anfang des Monats ein 14-jähriger Jugendlicher schwer verletzt. Er hatte mit einem Böller hantiert und verlor Teile seines Mittelfingers bei der Explosion. „Das ist leider kein Einzelfall“, sagt Lutz Miersch, Sprecher der Polizeidirektion Süd.

Weihnachten und Silvester sind bei der Polizei besondere Termine. „Wir fahren volle Schichtstärke“, so Miersch. Die meisten illegalen Böller kommen aus Osteuropa – über die Grenzübergänge in Guben, Forst, Bad Muskau und die A 15.

Neben illegal eingeführter Pyrotechnik sind Bastler das größte Problem. Verbrennungen, Hautabrisse, Splitterbrüche, Knalltrauma – die Liste der durch Silvesterknaller verursachten Verletzungen ist lang.

„Wer mit Pyrotechnik experimentiert, begibt sich auch schnell in einen strafrechtlich relevanten Bereich“, sagt Miersch. Sprengstoffexplosionen durch selbst gebaute Böller sind eine Straftat – und keine Ordnungswidrigkeit.

Auch Innenminister Dietmar Woidke (SPD) warnte kürzlich vor illegaler Pyrotechnik. „Mangelhafte Verarbeitung und die Verwendung von Industriesprengstoff können selbst bei richtiger Handhabung zu schweren Verletzungen führen“, sagte der Minister in Potsdam.

Wer zum Beispiel die Füllmenge und Dichtung von Böllern ändert und so künstlich die Sprengkraft erhöht, hat eine Rohrbombe gebaut. 2010 und 2011 registrierte die Polizei allein in Cottbus und Spree-Neiße 166 Verstöße im Umgang mit Pyrotechnik.