Auf St. Pauli, wo die Liverpooler Anfang der 60er-Jah re den Grundstein für ihre weltweite Karriere legten, zeigen jetzt Edelstahl-Skulpturen die Musiker. Wie in ihrer Hamburger Zeit sind die „Fab Four“ hier zu fünft: John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, eine Mischung aus Ringo Starr und seinem Vorgänger Pete Best sowie Stuart Sutcliffe. Ein Denkmal für die Band, die als erfolgreichste und einflussreichste des 20. Jahrhunderts gilt.

Wie eine Schallplatte
Der Platz in Form einer überdimensionalen Schallplatte mit einem Durchmesser von 29 Metern erinnert mitten auf St. Pauli an Zeiten, als die Jungs aus Großbritannien kaum jemand kannte. Überall im Amüsierviertel gab es Clubs und Beatbands. Aus London und aus der englischen Hafenstadt Liverpool kamen die Gruppen, die Tag für Tag, Nacht für Nacht stundenlang spielten.
August 1960: The Beatles aus Liverpool geben ihr erstes Gastspiel im „Indra“. Für 30 Mark pro Kopf und Tag traten sie auf – wochentags viereinhalb und samstags sechs Stunden, wie Beatles-Experte Ulf Krüger in seinen Büchern berichtet. Doch der Erfolg blieb zunächst aus, die Beatles zogen in den „Kaiserkeller“.
Zwei Jahre lang – mit Unterbrechungen – standen die Beatles in den Clubs rund um Reeperbahn und Große Freiheit auf der Bühne, nach „Indra“ und „Kaiserkeller“ folgten der „Top Ten Club“ und der „Star-Club“. Mit dem bereits etablierten Tony Sheridan nahm die Band dann 1961 als die Beat Brothers eine Schallplatte auf. In dem am 13. April 1962 eröffneten „Star-Club“ gaben die Beatles im selben Jahr drei Gastspiele.

Stadt und Sponsoren zahlten
550 000 Euro hat der Platz gekostet – rund 350 000 kamen von der Stadt, der Rest von Spendern und Sponsoren. „Es ist höchste Zeit, dass Hamburg dieser großartigen Band ein Denkmal setzt“, sagte Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bei der Einweihung gestern. Mit Blick auf Kritiker, die den späten Zeitpunkt bemängelten, meinte er: „Besser jetzt als nie.“