Die Pumpen laufen an diesem kalten Novembermorgen in der Marina in Schlabendorf auf Hochtouren. Bauleiter Klaus Noppe von der Brain Brandenburg Innovation GmbH ist mit seiner Schiffsbetreibermannschaft gerade dabei, die Kalksilos der "Barbara" zu befüllen. Routinearbeit für die Männer. Der Kalk stammt von der Fels-Werke GmbH Rüdersdorf. "Etwa 24 Tonnen Branntkalk mit hohem Wirkungsgrad füllen wir soeben aus einem Silo von einem Laster über Schläuche in das Sanierungsschiff", erläutert Noppe. Dann geht es mit der basischen Fracht wieder raus auf den Schlabendorfer See. Es ist die zweite Tour an diesem Tag. "Je nach Witterung fahren wir aktuell dreimal täglich", sagt Klaus Noppe. Marita Dittrich, Geschäftsführerin der Brain Brandenburg Innovation GmbH, ergänzt: "Seit August sind wir montags bis samstags mit der Bekalkung beschäftigt. Ausfahrstopp gab es nur bei Starkregen oder Sturm."

Bis kurz vor Weihnachten will die "Barbara" noch ihrer Mission nachgehen, bevor sie sich einen Winterschlaf gönnt. "Das Schiff wird dann mit einem Schwerlasttransport über Nacht abtransportiert und zur Heimatwerft Wendisch nach Prieros gebracht. Dort stehen Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen auf dem Programm", erläutert Klaus Noppe. Solange der Schlabendorfer See zugefroren ist, kann auf ihm nicht gefahren und bekalkt werden. "Ende Februar 2014 planen wir dann nach Eisaufbruch die Fortsetzung unserer Arbeiten", sagt der Bauleiter.

Diese Arbeiten gestalten sich durchaus positiv. "Bisher sind im Auftrag der LMBV etwa 1000 Tonnen Kalksteinmehl und 4500 Tonnen Branntkalk im Schlabendorfer See zur Qualitätsverbesserung eingesetzt worden", zieht LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber ein Zwischenfazit. Mit erstem Erfolg: der pH-Wert ist von ursprünglichen 2,8 im August auf aktuelle 3,3 gestiegen. "Der Säuregehalt im See hat sich parallel dazu verringert", so Steinhuber. Mit einem signifikanten Anstieg des pH-Wertes rechnen die mit dem Monitoring befassten wissenschaftlichen Mitarbeiter der LMBV nach Überwindung des Eisenpuffers Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2014. Im nächsten Sommer soll ein neutraler Wert erreicht sein. "Danach wird das Schiff weiter an der Qualitätsverbesserung im See arbeiten, um eine Wiederversauerung zu unterbinden", erklärt Steinhuber. Verschiedene Nachsorgevarianten würden derzeit geprüft, so der Pressesprecher.

Der im Sommer noch über dem Soll von 59,50 Metern liegende Wasserstand konnte durch die Überleitung zum Lichtenauer See und die Ausleitung aus dem Lorenzgraben abgesenkt werden, wie Steinhuber bestätigt. Nach Information der LMBV-Planungsabteilung erfüllten die fünf temporären Absetzbecken am Lorenzgraben ihre erwartete Funktion sehr gut, wurden schrittweise und abwechselnd mit Wasser befüllt. "Anfallender Schlamm wurde zwischengelagert und getrocknet", so Steinhuber. Wohin das getrocknete Material letztendlich gebracht wird, werde noch entschieden.