Waren die Diskussionen zu einem Zusammenschluss zwischen Luckau und Heideblick umsonst?Die Arbeitsgruppe hat eine interessante und tiefgründige Arbeit geleistet und damit die Verhandlungsgrundlagen für die Eingliederung erarbeitet. Ich habe das als Landrat mitbegleitet, zumal die Prämissen vom Land ja noch nicht klar sind. So konnten wir einen Eingliederungszuschuss von 500 000 Euro vermitteln. Aber die Bürger haben sich dagegen entschieden. Trotzdem meine Achtung vor dem Abstimmungsergebnis-Souverän des Wählers.

Fusionen werden aber bald auf der Tagesordnung stehen. Die Enquetekommission arbeitet an neuen Strukturen. Ein freiwilliger Zusammenschluss hat eine ganz andere Qualität, als eine per Gesetz festgelegte. Und die Einwohnerzahl von Heideblick mit ihren derzeit 3866 Einwohnern ist schon beängstigend. Laut einer Prognose sinkt die Zahl bis zum Jahr 2020 auf circa 3200. Das macht mir große Sorgen.

Wie groß sollten aus Ihrer Sicht kommunale Einheiten sein?Bei 12- in Ballungszentren auch 10 000 Einwohnern, liegt die Schmerzgrenze, das sind Erfahrungen auf Landesebene. Bei aller Liebe zur kommunalen Selbstverwaltung ist es nur in diesen Größenordnungen möglich, dass die Verwaltung auch die Grundversorgung vor Ort gut bewältigen kann.

Wie geht es in Heideblick weiter?Ich werde einen Termin für die Bürgermeisterwahl festlegen müssen. Und wir werden in der Verwaltung das Haushaltssicherungskonzept von Heideblick für 2011 gründlich prüfen. Die Aussichten für die Gemeinde für die nächsten Jahre sind nicht optimal. Beispielsweise wird es sehr schwer, die Eigenmittel bei geförderten Projekten sicherzustellen. Im Rahmen der Pflichtaufgaben müssen auslaufende Stellen in der Verwaltung neu besetzt werden. Die Bürger haben Anspruch auf vollwertige Dienstleistungen.

Ämter und Gemeinden führen derzeit Gespräche wegen einer möglichen Eingliederung. Wie ist der Stand?

Golßen und Unterspreewald gehen sehr fair und mit gleichlautenden Zielen in die Verhandlung. Sie arbeiten daran, eine leistungsfähige Verwaltung für vormals zwei Ämter aufzubauen. Damit ist es möglich, mittelfristig bis zu einem Viertel des Personals einzusparen. Wenn die Strukturen stimmen, braucht aber niemand entlassen zu werden. Arbeitsplätze können zusammengelegt werden. Erste Gespräche gibt es auch in Lübben. Aber die sind noch ganz am Anfang.

Mit Stephan Loge sprach

Gabriele Bernhardt