Er sang es sowohl in der ostafrikanischen Sprache, als auch in Deutsch und Englisch gemeinsam mit vielen Gästen, die ins Gemeindehaus gekommen waren, um zu hören, was er auf seiner Reise in eines der ärmsten Länder der Erde erlebt hat.

Gemeinsam mit Propst Dr. Johann Schneider, dem Regionalbischof des Propstsprengels Halle-Wittenberg, und weiteren kirchlichen Mitarbeitern, nahm Homa dort an den Feierlichkeiten zu "100 Jahre Mission in Tansania" teil. Er besuchte das Lugala-Hospital der Lutherischen Kirche, das unter anderem von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland unterstützt wird. Es sichert die Grundversorgung von etwa 160 000 Menschen im Umkreis von 140 Kilometern. Die Patienten nehmen oft tagelange Fußmärsche auf sich, um das Buschkrankenhaus zu erreichen. Auch hochschwangere Frauen wagen diese Tour. Im vergangenen Jahr wurden etwa 1400 Kinder in Lugala entbunden.

Seit 1987 sind ständig deutsche Ärzte vor Ort. "Der jetzige Chefarzt Dr. Peter Hellmold und sein Team tun alles Menschenmögliche, um Hilfe zu leisten. Aber die hygienischen Verhältnisse sind weit von unseren Maßstäben entfernt, allein deshalb, weil die Wasser- und Stromversorgung recht aufwändig ist", berichtet Homa. Die Fotos, die er aus Lugala und von anderen Orten zeigt, berühren zutiefst: "Die Menschen sind nach unseren Verhältnissen sehr arm, ihre Lebenserwartung beträgt durchschnittlich nur 50 bis 52 Jahre. Aber das Lachen haben sie nicht verlernt. Die Familien bewältigen die Mühen ihres Alltag weitaus genügsamer als wir und machen sich um die Zukunft nicht so viele Gedanken. Das hat mich sehr bewegt", bekennt Homa.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigten, dass Unterstützung dann am besten gelingt, wenn sie als Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werde. "In Lugala werden zum Beispiel junge Frauen als Krankenschwestern ausgebildet, damit sie selbst tätig werden können. Andrea Richter aus Herzberg, die 2008 ebenfalls auf Missionsreise in das "Herz des schwarzen Kontinents" war, pflichtet Homa bei und erinnert sich: "Vor vielen Jahren wurden hierzulande gebrauchte Nähmaschinen gesammelt und nach Lugala gebracht. Dort halfen sie den Einheimischen, handwerklich tätig zu werden, um sich sowohl Kleidung zu nähen, aber auch begehrte Souvenirs herzustellen." So könnte zum Beispiel auch das hübsche blau-weiße Tuch, das Volkmar Homa mitgebracht hat, auf so einer Nähmaschine bearbeitet worden sein. Der Stoff wird zu einem traditionellen afrikanischen Gewand, der Kanga, gebunden.