In der neuen Spielereihe „Adventure Games“ lässt Kosmos die Point&Click-Adventures wieder aufleben. Das neue dabei: Das Spiel wird nicht im Computer gespielt, sondern mit Karten auf einem Tisch. Das Klicken wird durch zusammenfügen von Zahlen ersetzt. Die Idee klingt genauso spannend wie die Geschichten der Abenteuer. Aber geht das Konzept auf?

Darum geht’s in den Adventure Games

In „Adventure Games“ geht es darum, gemeinsam mit Freunden eine Geschichte zu entdecken und ein Abenteuer zu bestehen. Die Geschichte bildet jedoch nur den Rahmen für die zahlreichen Rätsel- und Kombinationsaufgaben.

Worum es sonst noch geht? Das darf an dieser Stelle nicht verraten werden. Denn genauso wie bei den Exit-Games enthält jede Box eine Geschichte, die nur einmal entdeckt werden kann. Kennt ein Spieler die Geschichte bereits, geht der Spielreiz verloren.

So werden die Adventure Games gespielt

Jede Packung „Adventure Games“ enthält mehrere Kartenstapel. Da wären zum einen die Karten für die verschiedenen Orte, gekennzeichnet durch Buchstaben auf der Rückseite. Der größte Kartenstapel enthält die verschiedenen Gegenstände und Personen, die die Spielgruppe im Laufe des Spiels finden können. Ein weiterer Kartenstapel enthält die möglichen Charakterkarten und Karten für die Lebenspunkte.

Das Spiel benötigt keinen großen Aufbau. Die Spieler wählen lediglich ihre Charaktere, nehmen sich 8 Lebenspunkt-Karten und legen die verschiedenen Kartenstapel in greifbare Nähe. Nun wird die erste Ortskarte mit dem Buchstaben A aufgedeckt und die Figurenmarker der Spieler auf dieser Karte platziert. Und schon geht es los.

In den „Adventure Games“ geht es darum, dass die Spieler Räume erkunden, Gegenstände finden und kombinieren und Rätsel lösen. Um diese Interaktion mit dem Spiel zu ermöglichen steht den Spielern ein Abenteuerbuch oder eine App zur Verfügung. Um nun einen Ort zu untersuchen, schlagen die Spieler die Zahl des Ortes nach oder geben die Zahl in die App ein. Oftmals sind hinter Orten Gegenstände oder Fallen versteckt. Jeder Gegenstand hat eine Zahl. Erhält ein Spieler einen neuen Gegenstand, sucht er die Karte mit der passenden Zahl aus dem großen Kartenstapel.

Will ein Spieler nun zwei Gegenstände miteinander kombinieren oder einen Gegenstand mit einem Ort kombinieren, gibt er die Zahlen beider Gegenstände in die App ein. Alternativ kann der Spieler auch im Abenteuerbuchnachschlagen. Ergibt die Kombination des Spielers Sinn, erscheint ein Text in der App oder dem Abenteuerbuch.

Ein Beispiel: Spielerin Katharina möchte den Gegenstand „Eine verschlossene Weinflasche“ (Nummer 35) mit dem Gegenstand „Flaschenöffner“ (Nummer 45) kombinieren. Sie gibt die Zahl 45 35 (Die größere Zahl zuerst) in die App ein. Die App weist Katharina an sich nun Gegenstand Nummer 85 „offene Weinflasche“ aus dem Kartenstapel zu nehmen. Nun erinnert sich Katharina daran, dass sie vor ein paar Runden einen durstigen Wachmann mit der Nummer 543 getroffen hatte. Sie will dem Wachmann den Wein geben und gibt in die App die Nummer 543 85 ein. Die App gibt folgenden Text aus „Der durstige Wachmann leert die Flasche Wein mit einem Schluck. Anschließend ist er besoffen und wird geschwätzig. Er verrät euch das dunkle Geheimnis seines Chefs und öffnet euch die Tür.“

Jeder Spieler spielt einen eigenen Charakter und hat zwei Aktionen pro Runde. Diese kann er entweder nutzen, um sich zu bewegen, den Raum zu erkunden oder Gegenstände zu kombinieren. Zudem hat jeder Spieler 4 Lebenspunkte, auf die er im Laufe des Spiels gut achten muss. Das ein Spieler jedoch während des Spiels umkommt, ist sehr schwierig.

Unser Fazit zu „Adventure Games“

In der „Adventure Games“-Reihe gibt es Abenteuer in einer kleinen Schachtel. Auch der Preis für ein Abenteuer ist vergleichsweise klein. Jedoch war auch das Spielerlebnis nicht so groß wie erhofft. Das gesamte Abenteuer ist nach etwa 4 Stunden durchgespielt. Anschließend kann man die Box eigentlich verschenken. Denn ein erneutes Spielen macht keinen Sinn.

Der Point&Click-Mechanismus klingt zwar spannend, ist aber beim Spielen eher anstrengend. Es müssen ständig Zahlen in die App eingegeben oder im Abenteuerbuch nachgeschlagen werden. Anschließend wird Karte XY von A nach B sortiert und die neue Karte Z herausgesucht. Durch das gesamte Karten- und App-organisieren rücken die Geschichte und die Rätsel in den Hintergrund.

Die Geschichte des getesteten „Adventure Games“ war gut. Da das Spiel seinen Fokus aber mehr auf Rätsel legt, sind die Charaktere eher zweitrangig. Somit hat der Spieler keine Verbindung zu den Figuren und die Story im Spiel packte uns nicht.

Die Rätsel sind das Herzstück der „Adventure Games“. Wirklich fordernde Rätsel sind jedoch selten. So kann man „Adventure Games“ zwar sehr gut mit Gelegenheitsspielern spielen, Spieler mit etwas Erfahrung werden die Rätsel jedoch schnell durchschauen. Bei weiteren „Adventure Games“ wäre ein variabler Schwierigkeitsgrad wünschenswert.

Insgesamt war unser Testspiel zwar okay, hat jedoch keine Lust auf mehr gemacht.

„Villen des Wahnsinns“ und „Adventure Games“ - Das unterscheidet die beiden Spiele

Die neue Spielereihe „Adventure Games“ vom Kosmos-Spieleverlag und „Villen des Wahnsinns“ scheinen auf den ersten Blick sehr ähnlich zu sein. Beide Spiele sind kooperativ, in beiden Spielen erlebt die Spielgruppe ein Abenteuer und beide Spiele verwenden Apps als Spielleiter. Also was unterscheidet die beiden Spiele voneinander?

Da wäre als erstes das offensichtlichste: Die Größe der Schachtel. Während „Villen des Wahnsinns“ aufgrund der zahlreichen Miniaturen und Raumteile eine ziemlich große Verpackung hat, kommen die „Adventure Games“ in einer handlichen, reisefreundlichen Schachtel daher. Aber auch das Spielprinzip ist in beiden Spielen grundlegend anders.

In „Villen des Wahnsinns“ ist der Verlauf des Spiels sehr offen. Die Ermittler können selbst entscheiden welche Wege sie wann gehen wollen. Welche Entscheidungen sie treffen kann den Spielverlauf und das Ende beeinflussen. Es stehen vor allem die Charaktere der Ermittler mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und die Kämpfe gegen die Monster im Fokus.

Bei „Adventure Games“ sind die Geschichten hingegen sehr gradlinig. Der Verlauf einer Geschichte wird nur minimal von den Entscheidungen der Spieler beeinflusst. Auch die Wahl der Charaktere hat kaum Einfluss auf die Geschehnisse. Stattdessen stehen die Rätsel und die Kombinationsfähigkeit der Spieler im Fokus. Immer wieder wird der Spieler dazu animiert Gegenstände miteinander oder mit Orten zu kombinieren, um im Spiel voranzukommen. Alles wie in einem Point-And-Klick-Adventure.

Auch die Apps unterscheiden sich stark. Während „Villen des Wahnsinns“ eine eigene App hat, ist „Adventure Games“ Bestandteil der normalen Kosmos-Erklärapp. In „Villen des Wahnsinns“ ist die App wie ein Spielleiter in einem Rollenspiel. Zusätzlich sorgt sie mit passender Musik für eine düstere Atmosphäre. Texte müssen jedoch meistens von einem Spieler vorgelesen werden.

Atmosphärische Musik bietet die „Adventure Games“-App leider nicht. Dafür werden sämtliche Texte von einem Sprecher vorgetragen. Und das ist auch gut so. Denn Texte gibt es in „Adventure Games“ reichlich. Die Steuerung des gesamten Spiels funktioniert über Zahlenkombinationen. Möchte ein Spieler einen Gegenstand mit einem Ort kombinieren, gibt er die Zahl des Gegenstandes mit der Zahl des Ortes über eine Tastatur in die App ein. Ist die Kombination zulässig, wird ein Text vorgelesen.

Auch wenn beide Spiele also auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken, unterscheiden sie sich sehr stark voneinander.

Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.