Herr Krug, wie feiern Sie Weihnachten?
Erwarten Sie was Besonderes? Da muss ich Sie enttäuschen. Ich sitze genauso mit Kindern und Enkeln um den Christbaum rum wie meine Altersgenossen und singe fromme Lieder.

Zum Beispiel?
Ich finde: Die alten deutschen Weihnachtslieder sollten nicht ganz untergehen in dem heiteren Importkram wie "Jingle Bells". Wir singen "Süßer die Glocken nie klingen", "Es ist ein Ros' entsprungen", "Leise rieselt der Schnee", "Vom Himmel hoch" und so weiter . . .

Sie haben mit Uschi Brüning Ihr erstes gemeinsames Jazz-Album "Auserwählt" aufgenommen, das Sie auch in Cottbus präsentieren werden. Warum eigentlich erst jetzt, lag eine solche Zusammenarbeit nicht schon längst nahe?
Sie lag nicht nur nahe, sie wurde auch in vielen Konzerten praktiziert. In der anschließenden Autogrammstunde fragten die Mitmenschen oft: "Gibt es von dem Konzert, das wir soeben gehört haben, auch eine CD?" Und wir mussten immer wieder verneinen. Damit haben wir Schluss gemacht. Es gibt jetzt die nagelneue CD "Auserwählt", mit der wir in den deutschen Jazz-Charts auf Platz 2 stehen.

Haben Sie besondere Erinnerungen an Cottbus oder die Lausitz?
Sogar uralte. Ich denke an Vetschau, wo wir 1961 den Film "Auf der Sonnenseite" gedreht haben, der als eines der ersten gelungenen Filmlustspiele der DDR galt.

Wenn Sie ihre geschätzte Kollegin Uschi Brüning in einem Satz charakterisieren sollten - wie würde der lauten?
Obwohl sie eine zarte Seele ist, traue ich mich zu sagen: Sie passt mit ihrem außergewöhnlichen Talent und ihrer Stimme zu mir wie die Faust aufs Auge. Und umgekehrt.

Soll es weitere Alben geben?
An Uschi und mir soll's sicher nicht liegen. Warten wir erstmal ab, ob die neue CD Furore macht.

Planen Sie noch andere Projekte, vielleicht ein neues Buch?
Ich bin Rentner. Ich arbeite nur noch freiwillig. Wer hat schon Lust, eines Tages tot umzufallen, bloß weil er sich überanstrengt hat. Ich mache gern morgens das Fenster auf, lege die Hände trichterförmig um meinen Mund und rufe schallend in den Garten: "FEIERABEND!!"

Schauen Sie als ehemaliger "Tatort"-Kommissar noch den "Tatort"?
Wenn mir zufällig einer von meinen alten "Tatorten" begegnet, gucke ich ihn schon mal an. Aber nur, wenn er gut ist. Ist er schlecht, schalte ich ihn rechtzeitig ab. Ich kenne die Burschen alle.

Wie lautet Ihr Urteil über die aktuelle "Tatort"-Landschaft?
So wie es auf der Erde vielleicht schon bald zu viele Menschen geben wird, so gibt es im "Tatort" vielleicht schon jetzt zu viele Kommissare. Andererseits: Das Fernsehen ist ein Massenmedium. Die werden doch wohl wissen, was die Massen am liebsten sehen?

Zum Schluss: Was wünschen Sie sich für das Jahr 2015?
Weniger Bizeps, weniger Tatütata, weniger altmodische Politik, dafür viel mehr Liebe, Zärtlichkeit, Gastlichkeit und jedem Bedürftigen Stall & Krippe, Ochs & Esel - wie wir's 2000 Jahre gelernt haben.

Mit Manfred Krug

sprach Peter Blochwitz

"Manfred Krug live liest & s(w)ingt mit Uschi Brüning und Band": 23. Januar, 20 Uhr, Stadthalle Cottbus. Ticket-Telefon: 0355/481 555.