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97. Minute! Kowal hat das letzte Wort

Die Vetschauer um Hannes Jurischka (l.) und Maik Tributh (M.) haben Wacker Ströbitz (Toby Joe Weber, r.) einen harten Fight geliefert, mussten sich am Ende trotzdem überholen lassen in der Tabelle.
Die Vetschauer um Hannes Jurischka (l.) und Maik Tributh (M.) haben Wacker Ströbitz (Toby Joe Weber, r.) einen harten Fight geliefert, mussten sich am Ende trotzdem überholen lassen in der Tabelle. FOTO: Michael Helbig/mih1
Landesliga. In einem rassigen Lausitz-Derby führt Vetschau lange mit 1:0. Ströbitz dreht die Partie aber in einer dramatischen Schlussphase. Roland Scheumeister / rsm1

Wacker Ströbitz - BW Vetschau 2:1 (0:0). Tore: 0:1 Carvalho De Almeida (51.), 1:1 Diakiv (84.), 2:1 Mi. Kowal (90.+7); Schiedsrichter: Göldner (Bad Saarow); Zuschauer: 135; Wacker: Sieber - Röder, Kammer, Semke, Mi. Kowal - Gottwald, Scholze (41. Rostock), Netzker, Diakiv (88. Kilisch) - Matta Dos Santos, Weber (57. Handreg). Vetschau: Liebe - Wilzeck, Tributh (71. Köhler), Konzack (90.+4 Fliegel), Jurischka - Jäkel, Böttcher, Lehmann (77. Raschick), Schütz - Gutar, Carvalho De Almeida.

Die Vetschauer starteten mit einer guten Kombination, doch Gutar verzog knapp (3.). Auf der anderen Seite setzte Gottwald Netzker in Szene, der gerade noch geblockt wurde (17.). In der intensiven Begegnung ging es hin und her. Nach einer Ecke holte Michael Kowal einen noch abgefälschten Kopfball Carvalhos von der Linie. Einen Freistoß, nach Foul Rostocks an Gutar, wehrte der Torwart ab. Auch Konzacks scharfen Nachschuss parierte der seinen ersten Landesliga-Einsatz bestreitende Sieber, der für den verhinderten Thoms spielte.

Nach der eher ausgeglichenen ersten Hälfte ging es im zweiten Durchgang deutlich bissiger zur Sache. Nach einem Rempler von Wilzeck zog Diakiv den fälligen Freistoß am Tor vorbei (74.). Auf der anderen Seite foulte Kammer den links durchgelaufenen Schütz und wurde verwarnt. Gutars Freistoßeingabe setzte Carvalho zum verdienten Führungstor der Gäste um.

Bei Diakivs Schuss aus Nahdistanz, nach Doppelpass mit Handreg, zeigte sich Torwart Liebe auf dem Posten. Wackers Bemühungen um den Ausgleich eröffneten den Vetschauern Räume zum Kontern. Sie waren in dieser Phase dem 0:2 näher als Wacker dem Ausgleich. Doch Gutar vergab, nach Eingabe Jäkels, überhastet (68.). Die Ströbitzer Angriffe wurden erst gefährlicher, nachdem Vetschaus Abwehrchef Tributh verletzt ausgeschieden war. Als Konzack frei zum Schuss kam reagierte Sieber gut.

Im Gegenzug marschierte Diakiv nach einem Röder-Zuspiel auf Abseitskante durch die blau-weiße Abwehr, spitzelte den Ball an Liebe vorbei und schob ungehindert zum Ausgleich ein. Dieser setzte noch einmal zusätzliche Kräfte bei den Ströbitzern frei. Vetschau hatte den Siegtreffer vor Augen. Doch Carvalho und Konzack stießen beim Kopfballversuch zusammen und mussten blutend gepflegt werden. Die letztendlich zehnminütige Nachspielzeit half den Cottbusern, die drei Minuten vor Ultimo die Entscheidung herbeiführten. Gottwald spielte Netzker an, dessen Zuspiel Kowal ins Eck bugsierte.

Wacker-Trainer Tino Kandlbinder freute sich: "Wir haben im Schlussgang alles riskiert und uns belohnt. Vetschau bewies Qualität, aber wir hatten neben unserer Willenskraft auch das nötige Glück." Verständlicher Weise gab sich Vetschau-Trainer Jörg Handrick enttäuscht: "Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen. Für mich waren auch einige Entscheidungen des Schiedsrichters nicht nachvollziehbar, insbesondere die ungerechtfertigte Nachspielzeit."