Wegen eines Unwetters ist am Mittwochabend ein Teil des „Wacken Open Air“-Geländes in Schleswig-Holstein geräumt worden. Im Wackinger Village und im Bereich vor der Bühne „Beergarden-Stage“ wurden die Fans aufgefordert, das Gelände zu verlassen und in den Fahrzeugen Schutz zu suchen, wie die Polizei mitteilte. Diese beiden Bereiche waren für die Besucher bereits zugänglich, das übrige Festivalgelände wird diesen Donnerstag eröffnet.

Der Campingplatz wurde den Angaben zufolge nicht geräumt. Die Polizei ging davon aus, dass das Gelände im Laufe des Abends vom Veranstalter wieder freigegeben werde. Ein Gewitter sei knapp am Gelände vorbeigezogen, hieß es.

Betroffen war auch der Auftritt der „Wacken Firefighters“. Die Show der örtlichen Feuerwehrkapelle gilt als inoffizieller Auftakt des Heavy-Metal-Festivals. Sie wurde nach dem dritten Lied abgebrochen.

Das Gros der Fans war am Mittwoch schon auf dem Gelände eingetroffen. Knapp 70 Prozent der Campingplätze seien belegt, teilte die Polizei mit. Zusätzlich kamen am Morgen rund 800 Fans mit dem „Metal Train“ in Itzehoe an. Der Sonderzug mit Schlaf- und Barwagen sowie DJ-Programm war am Dienstagabend in München losgefahren und machte unter anderem in Frankfurt und Köln Halt. Zwei Personen mussten nach Angaben der Bundespolizei wegen schlechten Benehmens aus dem Zug geholt werden, ansonsten sei alles friedlich verlaufen.

Mit einstündiger Verspätung ging es für die Metalheads danach per Shuttle zum Festivalgelände. Verspätung und die frühe Uhrzeit taten der Stimmung keinen Abbruch: Der Schlachtruf „Wackeeen“ schallte von nah und fern.

Zur 30. Auflage des Festivals werden rund 75 000 Besucher und 200 Bands erwartet, die Tickets sind seit knapp einem Jahr ausverkauft. Die Polizei geht auch in diesem Jahr von einem weitgehend friedlichen Verlauf aus.

Rund 100 Kilometer weiter nördlich von Wacken setzte starker Regen zahlreiche Straßen in der Flensburger Innenstadt unter Wasser. Besonders am Hafen gab es Probleme. Dort reichte das Wasser bis an die Gebäude ran. Verletzte oder Unfälle gab es nach Angaben der Leitstelle nicht. Einige Passanten waren barfuß unterwegs, ihnen reichte das Wasser bis an die Waden.

Für Teile Schleswig-Holsteins galten am Mittwoch zeitweise Unwetterwarnungen - ebenso für Teile Ostdeutschlands.