Von Alexander Brüggemann

Odysseus: In seinen „Vera Historia“ (wahren Geschichten) beschreibt der griechische Satiriker Lukian von Samosata um das Jahr 160 eine siebentägige Mondreise mit dem Schiff des Sagenhelden Odysseus. Damals veränderte sich gerade die Sicht des Menschen auf die Welt: Der Multigelehrte Claudius Ptolemäus erklärte die Erde zum Zentrum des Universums. Sonne, Mond und Planeten drehten sich um sie. Der Mond beflügelte viele Abenteurer.

Cyrano de Bergerac: Auch dieser französische Adlige und Freigeist (1619-1655), Vorreiter der Aufklärung und früher Vertreter der Science Fiction, verfasste fantastisch-satirische Schilderungen von Reisen zum Mond: „L‘autre monde“ (Die andere Welt).

Den lunaren Bewohnern legt er freidenkerische und kirchenkritische Gedanken in den Mund, die zur damaligen Zeit eigentlich noch verboten waren. 1897 machte Edmond Rostand den Cyrano zur Hauptfigur eines gleichnamigen Versdramas.

Baron von Münchhausen: In einer seiner berühmten Lügengeschichten aus dem 18. Jahrhundert wirft der deutsche Baron seine Silberaxt so hoch hinauf, dass sie auf dem Mond landet. Um sie zurückzuholen, steigt er ihr mithilfe einer Bohnenranke hinterher.

Jules Verne: In seinen fantastischen Romanen „Von der Erde zum Mond“ (1865) und „Reise um den Mond“ (1870) nimmt der französische Autor bereits einige Elemente der tatsächlichen Bezwingung des Erdtrabanten rund 100 Jahre später voraus, inklusive Schwerkraftberechnung und Schwerelosigkeit an Bord.

Der Kanonenclub von Baltimore (USA) feuert aus einem 250 Meter langen Rohr eine bemannte Kapsel auf die 360 000 Kilometer lange Reise. 1875 wurden die Reisen von Jacques Offenbach als Operette und 1902 von Jaques Melies als ganz früher Spielfilm adaptiert.

Eine Kuh: Das bekannte englischsprachige Kinderlied „Hey diddle diddle“ besingt unter anderem, wie eine Milchkuh aus Übermut über den Mond springt – weil sie es kann. In einem Sketch der „Sesamstraße“ berichtet Kermit der Frosch als Reporter live von diesem denkwürdigen Ereignis.

Tim und Struppi: Zwei Bände seiner berühmten Comic-Serie „Tim und Struppi“ widmete der belgische Zeichner Herge 1953/54 einer Reise zum Mond – in vielem schon einigermaßen nah am späteren Original und deutlich gezeichnet vom Wettrennen des Kalten Krieges zwischen Ost und West.

Die Apollo-Missionare: Jene zwölf, die zwischen 1969 und 1972 im Rahmen der US-Apollo-Missionen elf bis 17 den Erdtrabanten betraten, dürfen als die eigentlichen Männer im Mond gelten. Neil Armstrong und Edwin Aldrin waren am 21. Juli 1969 die ersten. Einer der zwölf, Jim Irvin (1930-1991), wurde später sogar Pfarrer.