Pfarrer Kersten Spantig erinnerte in seiner Predigt daran, dass die Christuskirche in Elsterwerda-Biehla die letzte Neubaukirche in der damaligen Superintendentur Elsterwerda gewesen ist. Fertiggestellt werden konnte sie 1961 – im Jahr des Mauerbaus und der 750-Jahr-Feier der Stadt Elsterwerda.

Geweiht wurde sie nach „30 Jahren Planung und zehn Jahren Bauzeit“, so Spantig, ebenfalls an einem ersten Advent. „Gottes Humor muss damals aufseiten der Biehlaer gewesen sein“, erklärte der Pfarrer und verwies darauf, dass die Kirche deshalb im so versteckten Winkel gebaut werden musste, damit sie von der damaligen Fernverkehrsstraße nicht gesehen werden konnte. Dieselben Genossen, so Spantig, hätten später über den Bau der neuen Straße nach Elsterwerda entschieden. Fortan war sie für Reisende weithin sichtbar. Ihr Geläut, so Spantig, war wegen ihrer Lage am Berg ohnehin schon immer weiter ins Land hinein zu hören als das der Stadtkirche.

„Gott kann man in kein Haus einsperren“, meinte Spantig, aber Menschen benötigen „Orte der Begegnung, Orte, wo Gott leichter erfahren werden kann.“ In der Hektik des Alltags brauche „die Seele Zufluchtsorte“. Im Innehalten entwickle sich eine Dankbarkeit – „es ist nicht so sehr das halb leere, sondern das halb volle Glas“, so der Pfarrer, das dann gesehen werde. Er dankte allen Aufbauhelfern – jenen, „die Granitsteine hinaufgebracht und am Weg nach oben“ gearbeitet hätten. Er dankte auch jenen, die damals mit ihren Spenden den Aufbau der Kirche unterstützten. Auch wenn der Weg über den Birkenweg hinauf bis heute beschwerlich geblieben ist, die Kirche war am ersten Advent besonders gut gefüllt.

Die 800-Jahr-Feier der Stadt sei ein sehr schönes Ereignis mit vielen Höhepunkten gewesen, meinte Spantig. Eröffnet worden war das Festjahr mit einem Gottesdienst und einem Monatsschwerpunkt gleich im Januar mit dem Thema „Die Kirchen in unserer Stadt“. Nun würde es mit einem geschlossen. Es habe, so der Pfarrer, „keine Unfälle und auch keine Verrückten gegeben, die einen Anschlag verübt“ hätten, so der Pfarrer.

Untermalt von Gesängen der Kantorei Elsterwerda, dem Beten und Musikstücken eines Posaunenchores und der „Musikschmiede“ wurde der erste Advent begangen. Bei einer Kaffeetafel im Gemeinderaum wurden auch Erinnerungen an die Aufbauzeit der Kirche wach. Musik zur Adventszeit rundete den Nachmittag ab.