Extra eingefahren zum Niederlausitzer Almabtrieb wurden samt Fangemeinde die Buchen-Brummer, ein Alphornbläser-Quintett aus Waldeck, das die Besucher auf die Veranstaltung einstimmte. Gleich darauf betraten Kühe, Kälbchen, Pferde, Ziegen, Gänse und Kaninchen ihren für sie eigens eingerichteten Laufsteg, um sich dem begeisterten Publikum zu präsentieren. Manch ein Tier war wohl der Meinung, dass es besser wäre, schleunigst den Rückwärtsgang einzulegen, was zu einer großen Belustigung unter den Zuschauern führte. Für den krönenden Abschluss sorgte die tausendköpfige Schafherde von Schäfer Nesges aus Liedekahle im Kreis Teltow-Fläming, der eine Niederlassung am Finsterwalder Lausitzflugplatz hat. Auch hier zeigte sich, wie viel Können und Geduld nötig sind, um eine Tierherde in dieser Größenordnung handhaben zu können.

Obwohl Moderatorin Bärbel Jünigk die Gäste um Ruhe gebeten hatte, und diese auch weitestgehend eingehalten wurde, erschrak sich eins der vorderen Tiere, drehte um und alle anderen 999 folgten ihm zurück in den Wald. Mit Schäfers und Schäferhundes Geschick gelang es beim zweiten Anlauf dennoch, die komplette Herde durch das Besucherspalier zu führen. Bärbel Jünigk sagt: "Wir sind der Schäferei Nesges sehr dankbar, dass sie hier schon zum dritten Mal dabei ist. Erst hatten wir große Kuhherden. Beim ersten Mal lief alles glatt und beim zweiten Mal sind uns die Kühe dann immer durchgegangen. Das waren reine Weidetiere, die sind an Menschen nicht gewöhnt. Da müssen wir auch an die Sicherheit unserer Besucher denken und haben uns für die Schafherde entschieden."

So ein Almabtrieb soll ja vor allem Spass machen und auf einer Alm gibt es ja nicht nur Tiere, sondern auch deren Besitzer. Diese wollten dem lieben Vieh in nichts nachstehen und zeigten unter tosendem Applaus, in einem krachend vollen Festzelt, was sie extra für diesen Anlass einstudiert hatten. Neben den Flachlandbubenplattern bezauberten Männer als tanzende Heidis, die Lieskauer Tanzkinder, die einen Banklplattler aufführten und natürlich Elfriede und Hubert, die durch ihren eigenen heimischen Humor das Zwerchfell der Gäste zum Beben brachten.

Ob es eine neue Auflage des Almabtriebs geben wird? Dazu sagt Annette Zickert, Choreographin des Festprogramms und Mitglied im Traditionsverein Lieskau: "Wir sagen in jedem Jahr, das war da letzte Mal. Und wenn das Jahr rum ist, organisieren wir wieder ein Fest."

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