Es fallen nur wenige Sätze, bevor es dem Regisseur zu bunt wird. Matthias Härtig – der diese Rolle im echten wie im Bühnenleben verkörpert – poltert auf die Bühne, korrigiert und kritisiert. „Wir hatten uns doch geeinigt, ,Dinner for One‘ nur als Vorlage für unser Stück zu nehmen!“

Damit ist die Premiere in der Bunten Bühne beschrieben. „Wir haben uns gesagt, wenn wir schon ein Theater eröffnen, dann mit einer Uraufführung“, sagt Matthias Härtig.

Sein selbst geschriebenes Stück lehnt sich zwar an den berühmten Einakter an, hält aber trotzdem viele Überraschungen bereit. Überraschungen, die das Publikum an einigen Stellen lauter werden lassen als die Darsteller. Dann steht es 3 zu 115. Gegen das Lachen der Zuschauer haben die Schauspieler keine Chance. Und sind froh darüber. „Ich bin so glücklich, dass wir es geschafft haben, dass es so voll war und die Leute sich amüsiert haben“, fasst Sylvia Burza ihre Gefühle nach der Aufführung zusammen.

„Stolz und erleichtert“ ist auch Matthias Greupner. „Das ist schon gigantisch, was die Stadt sich hier geleistet hat. Ein neues Brett einzuweihen – und du bist der Erste, der hier spielen darf, das ist einfach “, er sucht nach einem Wort und findet kein besseres, kein stärkeres, um seine Emotionen zu beschreiben. Also sagt er wieder: „Das ist einfach gigantisch.“

Dem Publikum geht es nicht anders. „Alle Achtung, was hier geschaffen wurde. Es ist gut, dass so Kultur in die Stadt kommt“, findet Gabriele Duschl. „Dass Lübbenau sich so eine Einrichtung leistet, ist schon toll“, stimmt Anette Buuck aus Ragow zu.

Nach dem Stück schließt sich der Vorhang nicht. Wieder und wieder verbeugen sich die drei Schauspieler, genießen den Applaus der Gäste. Es ist geschafft, die Bunte Bühne ist eröffnet. „Es ist schon ein tolles Gefühl, auch wenn es noch ein bisschen dauern wird, bis wir wirklich hier angekommen sind“, sagt Matthias Härtig. Sein Wunsch für die Zukunft? „Wir möchten, dass sich viele Leute eingeladen fühlen, die Stätte gemeinsam mit uns zu nutzen, denn wir wollen ein reichhaltiges, vielfältiges, buntes Angebot finden.“

Festwoche bis 20 November

Dienstag, 19.30 Uhr: „Schkoll, Miss Sophie“ oder „Der nackte Wahnsinn und (k)ein Ende“

Mittwoch, 19.30 Uhr: „Geschenkt ist geschenkt“

Donnerstag, 19.30 Uhr: „Ein bisschen Pech muss sein“ (Die Übeltäter, Kabarett aus Cottbus)

Freitag, 19.30 Uhr: Show und Tanz (Tanzensembles der Region)

Sonntag, 19.30 Uhr: Peter Sodann liest aus seiner Biografie und dem Programm „Wenn der Vater mit dem Sohne“.