Die gebürtige Knippelsdorferin, die seit 2005 in Wildgrube lebt, kann und will vom Sport noch lange nicht lassen. Und auch, wenn 39-Jährige das Rampenlicht ihren jüngeren Vereinskollegen überlassen hat, steht sie nicht minder oft auf dem Siegertreppchen wie in früheren Jahren.

Viola Bauer ist erfolgsverwöhnt. Schon als Jugendliche hat sie es geschafft, drei Jahre nacheinander zur Sportlerin des Jahres des SV Linde Schönewalde gewählt zu werden: 1986, 1987 und 1988.

Zehn Jahre später wurde die Läuferin sogar Elbe-Elster-weit zur Sportlerin des Jahres gekürt. Ihre Leistungen sprachen für sich, denn kurz darauf feierte die junge Frau bereits ihren 100. Sieg.

Die Idee vom Kürzertreten war eine sehr kurzlebige. "Ohne das Laufen fehlt mir was", spricht sie von ihrer größten Motivation. Der Job lasse ihr dafür zum Glück ausreichend Freiraum. Viola Bauer ist gelernte Einzelhandelskauffrau, arbeitete nach der Lehre zuerst in einem Supermarkt in Falkenberg und seit 2008 in Bad Liebenwerda. Als Abteilungsleiterin Service steht täglich die Frühschicht in ihrem Dienstplan. Danach bleibt noch ausreichend Zeit für ihren Sport - ob für ihr Training am Mittwoch und Samstag in Schönewalde oder ihr persönliches Lauftraining rund um Wildgrube.

Auf drei verschiedenen Strecken ist sie dort unterwegs. Alle exakt ausgemessen, damit sie weiß, was sie geschafft hat. "Seitdem ich hier in Wildgrube wohne, führe ich exakt Buch, was ich gelaufen bin", verrät die durchtrainierte Frau.

Vom Trainer übernommenDas hat vermutlich von ihrem Trainer Dieter Wils abgefärbt. Zwei kleine Hefte in der Größe DinA 6 sind mit ihrer sauberen Schrift schon vollgeschrieben. Da ist zum Beispiel zu lesen, dass sich Viola Bauer am 16. August 2005 das erste Mal auf den Weg gemacht hat, das kleine Dorf zu umrunden. Viele weitere Läufe folgten. Bei Hitze ebenso wie bei Schnee. 945 Kilometer sind seitdem zusammengekommen. "Manche Strecke war schwer", bekennt sie, "aber ich habe nicht einen Meter bereut."

Was ihr das Laufen bringt? Viola Bauer weiß darauf sofort eine Antwort: "Ich brauche die Bewegung und ich liebe die Ruhe dabei. Außerdem gibt mir der Sport unendlich viel Kraft für die schwierigen Momente im Leben." Das jahrelange Training habe sie geformt. Sie habe gelernt, selbstständig und pünktlich zu sein sowie Ordnung zu halten. Bis heute sei ihr auch der sportliche Ehrgeiz erhalten geblieben. Einfach mal so an einem Lauf teilnehmen, das könne sie nicht. "Wenn ich starte, dann will ich auch gewinnen", bekennt die Sportlerin, die sich ihren jüngeren Vereinskollegen gegenüber in der Vorbildrolle sieht.

Längst ist sie nicht mehr nur allein die Läuferin. Von Jahr zu Jahr ist sie an der Seite von Trainer Dieter Wils immer mehr in die Rolle der Betreuerin gerutscht. Eine Aufgabe, der sich Viola Bauer gern annimmt. "Es ist schön, die kleinen Sportler wachsen zu sehen und ihnen dabei helfen zu können", bekennt die Wildgruberin.

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Zur PersonViola Bauer ist 39 Jahre alt, seit drei Jahren verheiratet und wohnt in Wildgrube. Ihr sportlicher Werdegang begann 1980 mit der Teilnahme an einem Crosslauf in Hohenbucko. Der erste Sieg folgte im Jahr darauf bei den Schönewalder Stadt-Cross-Meisterschaften. Bis heute stand Viola Bauer für ihren Verein nach 323 Wettkämpfen 201 Mal auf dem Siegertreppchen, sagt ihr Trainer Dieter Wils.