Auf dem Grundstück soll eine Kraftfahrzeug-Waschstraße entstehen.Zu den Entdeckungen zählt auch ein Hügelgrab, das hochrangigen Personen vorbehalten gewesen sei. Erkennbar sei der bogenförmige Umriss an Verfärbungen im Boden. Gefunden wurden nach Angaben der Mitarbeiterin der Cottbuser Firma für Archäologische Baubegleitende Untersuchungen (ABBU) etliche Keramikscherben, Leichenbrand, Tonperlen und eine Pfeilspitze.Gelungene Überraschung "Dass es hier ein Gräberfeld gibt, wussten wir", sagt die Archäologin. Die beim Bau des benachbarten Aldi-Marktes gemachten Bodenfunde aus der Eisenzeit hätten darauf hingedeutet. Cathérine Korluß: "Dass es sich hier aber wirklich um den bronzezeitlichen Abschnitt des Gräberfeldes handelt, also um Gräber aus der Zeit von 1300 bis 1000 vor Christi, war eine Überraschung." Belege für diese Einschätzung bieten die Scherben eines Kegelhalsgefäßes aus Buckelkeramik und eine Tüllenpfeilspitze aus Bronze. Das Gräberfeld reicht bis zur Von-Alvensleben-Kaserne, wo Archäologen vor Jahren fündig geworden waren. Bronzezeit-Parties Die Lausitzer Kultur sei durch Einflüsse aus dem Mittelmeerraum geprägt worden. Damals hätten Trink- und Ess-Gelage eine große Rolle gespielt. "Die Menschen haben es sich gut gehen lassen", so die Archäologin. "Heute würden wir sagen, sie haben gern Partys gefeiert." Deshalb seien den Verstorbenen Tongefäße mit Speisen und Getränken mitgegeben worden. "Interessant ist auch", sagt Cathérine Korluß, "dass die persönliche Keramik der Toten nicht weiterverwendet, sondern in Gruben zerschlagen wurde, sagt viel aus über die Einstellung der Lebenden zu ihren verstorbenen Angehörigen aus." Ulrike Elsner