Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) kam zwar zu spät, doch rechtzeitig, um eine Laudatio auf den Handwerkspräsidenten zu halten. Die beiden Männer kennen sich offenbar bestens. So ist Dreißig in der Potsdamer Staatskanzlei ein gern gesehener Gast - nicht nur wenn der Unternehmer und Bäckermeister mit einem Stollen auftaucht. "Er ist stets ein konsequenter und streitbarer Gesprächspartner", bescheinigte ihm Platzeck. Dabei setze sich Peter Dreißig nimmermüde für die Belange des Handwerks ein und sei ein Vorbild "vor allem in seinem privaten Engagement".

Das zeigte sich auch in seinem Geburtstagswunsch: Spenden für den Wiederaufbau der Gubener Stadt- und Hauptkirche. Bis Donnerstag kamen rund 8000 Euro zusammen.

Darüber hinaus hat der Präsident auch noch ein ausgenommen erfolgreiches Unternehmen vorzuweisen. Das trägt konsequenterweise den Familiennamen, schließlich ist es ein Gemeinschaftswerk, wie der Jubilar selbst betonte. Die Bäckerei Dreißig betreibt 100 Filialen in Brandenburg und Sachsen und zählt rund 900 Mitarbeiter.

Das ringt Respekt ab. Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), gibt unumwunden zu: "Hier steht ein Unternehmer, der etwas geschaffen hat, was wir im Westen nicht für möglich gehalten hätten." So war es nur konsequent, dass er eine hohe Anerkennung des ZDH überbrachte und Peter Dreißig das Goldene Handwerkszeichen "für die hervorragenden Verdienste um das Handwerk" ans Revers knöpfte.

Dreißig selbst wollte die Lobpreisungen aber nicht allein für sich gelten lassen. Schließlich hätten ihn stets starke Frauen begleitet. Sein Fazit nach 60 Jahren: Er würde alles noch einmal so machen. Schließlich habe er es stets mit Frank Sinatras "I did it my way" gehalten, das die Jazzband spielte. Die Party ist damit nicht am Ende. Am Samstag wackelt Guben, wenn der Chef mit seinen Mitarbeitern feiert.