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| 01:47 Uhr

200 Jahre Brandpredigt in Kahla beim Familiengottesdienst

Vor der Kirche (v.l.) die Kirchenältesten Helmut Heinicke und Anton Schubert mit Gemeindepädagogin Ulrike Heinrich und Pfarrerin Roswitha Meißner. Foto: Veit Rösler/vrs1
Vor der Kirche (v.l.) die Kirchenältesten Helmut Heinicke und Anton Schubert mit Gemeindepädagogin Ulrike Heinrich und Pfarrerin Roswitha Meißner. Foto: Veit Rösler/vrs1 FOTO: Veit Rösler/vrs1
Kahla. Einen ungewöhnlichen Gottesdienst mit Geschichte und Handpuppenspiel haben die Einwohner von Kahla und die Gäste aus den umliegenden Ortschaften am Wochenende erlebt. Gefeiert wurden „200 Jahre Kirche Kahla“ und „200 Jahre Brandpredigt in Kahla“. Veit Rösler/vrs1

Von den Kirchenältesten Helmut Heinicke (81) und Anton Schubert (80) erfuhren die Gäste vom schweren Schicksal ihrer Vorfahren. Bereits am 6. Juni des Jahres 1762 war es in Kahla zu einem schweren Brand gekommen, bei dem viele Gebäude des Ortes vernichtet wurden. Drei Jahre später wollten die Einwohner von Kahla für den 6. Juni des laufenden Jahres eine Brandpredigt einführen, doch die kirchlichen Oberhäupter in Großenhain und Meißen ließen damals nur den auf den 6. Juni folgenden Sonntag zu. Ein weiteres schweres Feuer, dem diesmal auch die Kirche zum Opfer fiel, wütete am 4.September 1804. Die damals strohgedeckten Fachwerkhäuser boten dem Feuer nur wenig Widerstand. Trotz der Napoleonischen Kriege, die durch die Kriegsparteien Sachsen und Preußen auch in die Kahlaer Gegend getragen wurden, gelang es den Einwohnern mit Mühe und Fleiß, so Helmut Heinicke, das Dorf und die Kirche wieder notdürftig aufzubauen. Nach der Fertigstellung der Kirche im Jahre 1811 wurde am 4. September die erste Brandpredigt gehalten. Seit dem wird diese zur Erinnerung an die schwere Zeit und den Wiederaufbau jedes Jahr abgehalten, von nun ab aber immer am 4. September – unabhängig davon, auf welchen Wochentag das Datum fällt. Im Jahre 2007 wurde die Kirche bei Sturm Kyrill schwer in Mitleidenschaft gezogen. Heute erstrahlt sie im Innern als heller farbenprächtiger Raum und außen mit saniertem Turm und Kirchenschiff. Erst kürzlich wurde der Eingangsbereich saniert.

Der 200-jährige Geburtstag des Gotteshauses war in dem Familiengottesdienst unter anderem auch Thema des Puppenspiels der Kumquats- Handpuppen Lena und der Kirchenmaus Mausi. Von Pfarrerin Roswitha Meißner und Gemeindepädagogin Ulrike Heinrich in Szene gesetzt, stellten die Puppen daneben den Anwesenden die Frage, wo sie sich Gott vorstellen und ob er mitten unter uns sei.

Nach dem Familiengottesdienst wurde im Dorfgemeinschaftshaus und auf der Festwiese weiter gefeiert. Eine kirchliche Andacht in der Kahlaer Kirche soll es am kommenden Sonntag um 17 Uhr nach dem Reitertag geben.

Zum Thema:

Zum ThemaAm 11. September wird es zum Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Von Ruinen und Rubinen“ zum Radpilgern nach Dreska und Gorden eingeladen. In beiden Kirchen wird eine musikalische Andacht geboten, vorbereitet von der Kantorei Schwarzheide „Ecclesia Cantica“ und Mitgliedern der Kantorei Elsterwerda mit ihrem Leiter Kantor Ronny Hendel. In Dreska beginnt das geistliche Programm 14 Uhr. Danach wird mit dem Fahrrad nach Gorden geradelt, wo gegen 15.30 Uhr zu Kaffee und Kuchen vor der Kirche eingeladen wird. Um 16.30 Uhr beginnt die musikalische Andacht in Gorden.