Der 20. Geburtstag der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle und des Familienentlastendes Dienstes (FED) wurde mit vielen Gästen und Sponsoren gebührlich gefeiert. Begeistert wurden die Besucher von der Rettungshundestaffel und den "Schlagfertigen" der Musikschule "Gebrüder Graun". Extra für die Kleinen lud die Clown-Show noch zum Mitmachen ein.

"Ich bin so froh, dass es den FED gibt" sagt Margitta Klähr, die mit ihrem Sohn Christian den Nachmittag hier sehr genießt. Seit Langem sind beide schon Mitglieder bei der Lebenshilfe. Den familienentlastenden Dienst nutzen sie erst seit Kurzem. "Ich war immer zögerlich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber seit ein paar Wochen kommt jetzt doch jemand für zwei Stunden in der Woche zu uns nach Hause und kümmert sich um meinen Sohn." Zwei Stunden Freizeit in der Woche für Eltern und Angehörige, die sich rund um die Uhr um Menschen mit Behinderung kümmern. Ein "Luxus", den sie sich selbst kaum gönnen wollen, fühlen sie sich doch immer in der Verantwortung für ihre zu betreuenden Verwandten. Dabei ist das schlechte Gewissen gar nicht notwendig.

Viele Erfahrungen gesammelt

Mit 20-jähriger Erfahrung haben die Mitarbeiter des FED genug zu bieten, um Menschen mit Behinderung in jeder Lebenssituation hilfreich zur Seite zu stehen. "Wir bieten niederschwellige Beratung, geben Eingliederungshilfe, kochen, kegeln und verreisen mit unseren Leuten. Wir fördern sie, geben immer so viel Hilfe, wie nötig ist. Wir wollen den Leuten, nicht vorschreiben, wie sie leben sollen, sondern möchten sie dahin bringen, dass sie selbstbestimmt leben können", erklärt Marika Karden, die Fachbereichsleiterin des FED, der inzwischen eine feste Größe in und um Finsterwalde geworden ist. "Wir haben uns damals aus einer kleinen Gruppe Eltern mit behinderten Kindern herausgefunden und gegründet. Jetzt haben wir schon mehr als 200 Nutzer. Wir existieren aus der Sache, dass es Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen gibt. Wir können als Verein gut arbeiten, nicht zuletzt deshalb, weil uns der Landkreis so gut unterstützt", ist Marika Karden froh.

Gutes Miteinander

Überhaupt gäbe es ein gutes Miteinander auch unter den verschiedenen Fachbereichen der Lebenshilfe. Das bestätigt auch Katrin Schülzke, Fachbereichsleiterin der Frühförderung. Zu ihr und ihren Mitarbeitern kommen unter anderem Eltern, deren Kinder eine, in einigen Bereichen, verzögerte Entwicklung aufweisen. Meist werden sie vom Gesundheitsamt geschickt. Aber Katrin Schülzke sagt auch: "Wenn Eltern der Meinung sind, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt, beraten wir sie gern, wie ihr Weg weiter gehen könnte. Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass Förderbedarf beim Kind besteht, arbeiten wir mit ihm gezielt an der Problematik." Und das geschieht möglichst ganzheitlich unter Einbezug aller vorhandenen Möglichkeiten. "Für die Zukunft", sagt Katrin Schülzke, "wünsche ich mir, dass wir auf die Vielfalt der Auffälligkeiten, die die Kinder mitbringen, noch schneller und unkomplizierter eingehen können. Deshalb sollten Physiotherapeut, Logopäde und Ergotherapeut hier mit uns unter einem Dach arbeiten dürfen."

Weitere Informationen zu den Fachbereichen und ihren Hilfs- und Förderangeboten gibt es im Internet unter

www.lebenshilfe-

finsterwalde.de.