Zwei tropische Wirbelstürme haben in Asien schwere Verwüstungen angerichtet und mindestens 41 Menschen das Leben gekostet. Indien kam trotzdem vergleichsweise glimpflich davon: Denn in der größten Rettungsaktion in der Geschichte des Landes brachten die Helfer am Wochenende etwa eine Million Menschen vor dem Riesen-Zyklon "Phailin" in Sicherheit. Auf den Philippinen mussten mehr als 400 000 Menschen wegen des Taifuns "Nari" ihre Häuser verlassen. Das teilten die Behörden der beiden Länder mit.

Schon vor der Ankunft des Zyklons im Norden der Philippinen waren 20 Menschen wegen der starken Regenfälle in den angeschwollenen Flüssen ums Leben gekommen. Am Wochenende starben mindestens 13 Menschen. Sie ertranken in den Fluten oder wurden durch umstürzende Bäume oder Stromschläge getötet. In mehr als 30 Städten kam es zu Überschwemmungen und Stromausfällen, manche Regionen standen zwei Meter tief unter Wasser.

Während "Nari" in Südostasien bis zu 150 Stundenkilometer erreichte, wütete "Phailin" mit bis zu 200 Stundenkilometern an der Ostküste Indiens. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Überflutungen, umgeworfenen Lastwagen und großflächigen Stromausfällen. Viele Menschen in Indien hatten im Vorfeld noch Schlimmeres befürchtet. Denn bei einem Super-Zyklon in derselben Region waren vor 14 Jahren etwa 15 000 Menschen ums Leben gekommen. "Diesmal hatten wir die Situation besser im Griff", sagte der Parlamentsabgeordnete Jay Panda dem indischen Nachrichtensender CNN-IBN. Mindestens 89 Menschen, darunter 17 Kinder, sind bei einem hinduistischen Fest in Indien zu Tode getrampelt worden. Mehr als 100 Gläubige seien bei der Massenpanik auf einer Brücke vor dem Ratangarh-Tempel in Zentralindien am Sonntag zudem verletzt worden, sagte der Polizeichef des Distrikts Datia, D.K. Arya.

Die Gläubigen gerieten demnach in Panik, als sich Gerüchte verbreiteten, die Brücke sei kurz davor, zusammenzustürzen. Allerdings hat laut Polizei zu keinem Zeitpunkt Einsturzgefahr der erst neulich errichteten Brücke bestanden. Während des Unglücks drängten sich demnach rund 25 000 Menschen auf der sieben Meter breiten Straße über den Fluss Sindh.