Die kleine Reise im Ballon war schon fast zu Ende, als das Unglück nahe der ägyptischen Tempelstadt Luxor seinen Lauf nahm. Der Ballonführer hatte seine Kollegen schon zu dem Ort dirigiert, an dem er mit den Touristen landen wollte. Er reichte ihnen ein Seil hinunter, mit dem sie den Ballon stabilisieren sollten. Der Boden sei zu diesem Zeitpunkt schon ganz nah gewesen, berichten die Ermittler, die mit der Aufklärung des Unglücks betraut wurden.

Das Seil soll den Gasschlauch berührt und beschädigt haben, so dass plötzlich Mengen von Gas austraten, durch die der Ballon wieder Auftrieb bekam. Die Bewohner des Dorfes Al-Dhabaija sehen, wie der brennende Ballon auf ein Feld stürzte. Die Bauern machen sich auf den Weg, um nach den Opfern zu suchen. Später treffen Feuerwehrleute ein, die das brennende Wrack löschen. Die Leichen, von denen einige bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, werden in schwarzen Plastiksäcken davongetragen. 19 Menschen mussten ihr Leben lassen. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben der Sicherheitsbehörden um neun chinesische Touristen, vier Japaner, zwei Franzosen, zwei Briten sowie einen Urlauber aus Ungarn. Auch eine ägyptische Reiseführerin war unter den Opfern. Die Behörden erließen für unbestimmte Zeit ein Verbot für Ballonfahrten in der Tempelstadt am Nil.

Für die ägyptische Tourismusbranche ist der Unfall nach den politischen Unruhen der vergangenen zwei Jahre eine weitere Katastrophe, die abschreckend auf ausländische Urlauber wirkt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Touristen unter zehn Millionen. Im Boomjahr 2010 waren noch fast 15 Millionen Urlauber nach Ägypten gekommen.