Vier Wochen später starb er an den Folgen des Wettsaufens. Der Fall hatte damals bundesweit für Entsetzen gesorgt. Am Mittwoch räumte der Kneipier im Prozess vor dem Berliner Landgericht erstmals eine moralische Schuld ein. "Ich bin verantwortlich für den Tod, mein Tun ist nicht zu rechtfertigen. Es war falsch ohne Wenn und Aber", ließ der 28-jährige Berliner über seine Verteidigerin erklären. Die Anklage wirft ihm Körperverletzung mit Todesfolge vor. Der Wirt wollte die Wette um jeden Preis gewinnen, verlas Staatsanwalt Reinhard Albers die Anklage. Weil er fürchtete, Lukas nicht gewachsen zu sein, wies er den Kellner an, ihm Wasser zu servieren. Erstmals im Prozess gab der Kneipier laut Erklärung zu, dass er nach den ersten vier bis fünf Tequilas Wasser trank, Lukas davon aber zunächst nichts wissen ließ. "Ich habe gänzlich versagt in meiner Rolle als Gastwirt", hieß es ferner. Der Angeklagte bedauere und bereue das Wetttrinken. Mit dem Tod habe er aber nicht gerechnet und ihn nicht gewollt. Das Gericht müsse entscheiden, ob er sich strafbar gemacht habe. In weiteren 174 Fällen soll der Gastwirt Alkohol an Kinder und Jugendliche ausgeschenkt haben. Der Prozess gegen ihn soll am 18. und 25. Februar sowie am 11. März fortgesetzt werden. In der Anklage sind mehr als 70 Zeugen benannt. dpa/ig