Schwere Feuerwerks-Explosionen haben in einer Tempelanlage im Südwesten Indiens mindestens 106 Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 300 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Bei dem Unglück in der Stadt Kollam hatte in der Nacht zum Sonntag ein Betonschuppen voller Raketen Feuer gefangen. Das Gebäude stürzte ein. Die Flammen griffen auf das Gelände über. Rund 10 000 Menschen wollten am Puttingal-Tempel das hinduistische Neujahrsfest Vishu feiern.

Als das Betongebäude in die Luft geflogen sei, habe der Boden gebebt, berichtet der Augenzeuge Lallu S. Pilla. "Es herrschte absolutes Chaos, und Betonstücke lagen überall verstreut, manche sogar in 500 Metern Entfernung am Taxistand." Unter den Trümmern des eingestürzten Gebäudes wurden weitere Tote vermutet. Die Opfer starben beim Einsturz des Gebäudes und durch das anschließende Feuer, wie die Polizei mitteilte. Zudem sei durch den Unfall eine Massenpanik entstanden, bei der weitere Menschen starben.

Es war bereits 3.30 Uhr morgens, als das Feuer ausbrach. Laut Medienangaben waren zu diesem Zeitpunkt immer noch mindestens 8000 Menschen an dem Tempel versammelt, um das Neujahrsspektakel zu verfolgen. Die Verletzten seien in zwölf verschiedene Krankenhäuser gebracht worden. Am Morgen war das Feuer nach einigen Stunden unter Kontrolle gebracht, sagte ein Polizeisprecher.

Premierminister Narendra Modi twitterte, er sei auf dem Weg an die Unfallstelle. Große Feuerwerke sind in Indien zu zahlreichen Anlässen üblich, wie dem Lichterfest Diwali, dem hinduistischen Neujahrsfest Vishu und zu Hochzeiten. Regelmäßig kommt es zu Unfällen, bei denen es Verletzte und teilweise auch Tote gibt. Zuletzt waren bei einer Explosion in einer Feuerwerksfabrik im südöstlichen Tamil Nadu sieben Arbeiter verletzt worden.