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Regionale Wirtschaft

Gewerkschaft kritisiert Lohndumping in Industrie

Frankfurt/Main. Die IG Metall hat vor einem Lohn- und Sozialdumping in der Industrie als Folge der geplanten EU-Dienstleistungsrichtlinie gewarnt. Die Richtlinie habe nicht nur Auswirkungen auf Spargelstecher und Schlachthöfe, warnte IG-Metall-Vorstand Wolfgang Rhode gestern in Frankfurt am Main.
25.05.2005
Es seien bereits Fälle aus Gießereien, Werften, dem Lkw- und Stahlbau bekannt, wo bis zur Hälfte aller Beschäftigten ausländische Arbeitnehmer seien, die zu „Hungerlöhnen“ oft mehr als zehn Stunden täglich an sechs oder sieben Tagen die Woche arbeiteten.
„Das ist Lohnsklaverei im 21. Jahrhundert“, sagte Rhode mit Blick auf eine von der IG Metall in Auftrag gegebene Untersuchung zu den Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Industrie. Die Gewerkschaft fürchte jedoch, dass sich das Lohndumping durch die Richtlinie beschleunigt. Demnach sollen Dienstleister ihre Arbeit im EU-Ausland nach den Vorschriften ihres Heimatlandes anbieten können. Profitieren würden davon vor allem die osteuropäischen Länder. Selbstständige wie Altenpfleger, Friseure oder Handwerker könnten damit zu ihren Heimatlöhnen in Deutschland arbeiten. Die IG Metall fordert, dass Dienstleister, die in der Bundesrepublik arbeiten wollen, auch die deutschen Lohn- und Sozialstandards akzeptieren. „Besser als Schadensbegrenzung wäre allemal, den verkorksten Entwurf komplett zurückzuziehen“, sagte Rhode.
Zahlreiche EU-Länder, allen voran Frankreich und Deutschland, hatten eine grundlegende Überarbeitung des Entwurfs zur Öffnung des EU-Dienstleistungsmarktes gefordert. Am kommenden Montag soll es im Wirtschafts- und Arbeitsausschuss des Bundestages eine Expertenanhörung zu dem Thema geben.  (afp/B.M.)
 
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