09. Februar 2010, 00:00 Uhr

Wann sich Extras am Auto bezahlt machen

Wiederverkaufswert von Sonderausstattungen variiert

Beim Kauf eines Neuwagens sind viele Extras verlockend – auch wenn sie die Geldbörse strapazieren. Das böse Erwachen kommt oft, wenn der Wagen wieder verkauft werden soll. Denn teure Ausstattung verliert schnell an Wert.

Eine Lederausstattung, das wär' doch was! Dazu vielleicht noch die tolle Audio-Anlage und die schicken Leichtmetallräder. Die umfangreiche Ausstattung des eigenen Autos macht den Besitzer oft stolz – doch nicht jedes Zubehör hat auch im Gebrauchten seinen Wert. Daher ist beim Neukauf wichtig, den möglichen Geldverlust zu minimieren.

Wenn es um den Werterhalt geht, ist die Wahl der Extras eine Gratwanderung. Denn auf der einen Seite ist ein Auto in der Basisversion ohne jegliches Extra so gut wie unverkäuflich. Auf der anderen Seite wird zu viel Luxus von Gebrauchtwagenkäufern nicht immer mit dem gewünschten Aufpreis honoriert.

Außerdem haben die Marktbeobachter von EurotaxSchwacke in Maintal errechnet, dass Auto und Extras nicht gleich stark an Wert verlieren: Das Fahrzeug zum Beispiel kann nach drei Jahren als Gebrauchter noch rund 50 Prozent des ursprünglichen Wertes haben. Die georderten Extras bringen dagegen nur noch 25 bis 35 Prozent des gezahlten Aufpreises. Doch das ist nur die eine Wahrheit. Die andere Tatsache ist, dass Gebrauchtkäufer mit einem Fahrzeug gewisse Zusatzausstattungen verbinden – beziehungsweise es als selbstverständlich empfinden, dass gewisse Extras vorhanden sind.

Dabei wiederum kommt es auch auf die Fahrzeugklasse an. „Ab der oberen Mittelklasse werden ein Automatikgetriebe, ein Navigationsgerät oder auch eine Lederausstattung erwartet“, sagt Siegfried Trede vom Automobilmarkt-Beobachter Deutsche Automobil Treuhand (DAT) in Ostfildern (Baden-Württemberg).

Die Vorlieben gelten aber nicht für alle Fahrzeuge. Beispiel Automatikgetriebe: Nach einer Untersuchung von EurotaxSchwacke bringt es bei Kleinwagen und in der Kompaktklasse keinen Vorteil beim Wiederverkauf. Identisch sieht es mit dem Xenonlicht aus. Auch das ist in kleineren Fahrzeugen kein Verkaufsvorteil. Gleiches gilt für die Lederausstattung bis einschließlich der Mittelklasse. Eine Anhängerkupplung bringt beim Wiederverkauf ebenfalls kaum Geld.

Bleibt die Frage, welche Extras ein Neuwagenkäufer ordern sollte, um das Auto auch gebraucht gut verkaufen zu können. „Es ist immer gut, wenn man auf gängige Ausstattungen setzt“, so Siegfried Trede. Als Orientierung für die Beliebtheit von Extras in der Zukunft empfiehlt Trede einen Blick auf die Modelle der aktuell nächsthöheren Fahrzeugklasse: Denn was heute in der Mittelklasse gang und gäbe ist, wird in wenigen Jahren in der Kompaktklasse zur Selbstverständlichkeit und etwas später bei Kleinwagen. „Man sollte nicht mehr als 12 bis 15 Prozent des Kaufpreises in Sonderausstattungen stecken“, lautet Siegfried Tredes Tipp.

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Erstellt am: 09. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2010, 01:22 Uhr
Autor: Von Heiko Haupt

Von Heiko Haupt