22. Februar 2012, 00:00 Uhr

Riester-Rente trotz Kritik empfehlenswert

Stiftung Warentest: Staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt anderen Modellen meist überlegen

Berlin Auch zehn Jahre nach ihrer Einführung steht die Riester-Rente in der Kritik. Vieles davon ist berechtigt. Weniger Menschen als erwartet nutzen die Angebote. Die Produkte sind unübersichtlich, oft wenig transparent, einige viel zu teuer. Und Riestern lohnt sich nur, wenn Sparer die staatliche Förderung auch wirklich nutzen.

Auch für sie lohnt sich das Riestern: Ein Ehepaar – beide förderberechtigt und mit 105 000 Euro Jahresverdienst – spart nach Angaben von Stiftung Warentest das Doppelte an Steuern: etwa 1280 Euro jährlich. Schon vor Rentenbeginn ergeben sich so über einen Anlagezeitraum von 20 bis 40 Jahren große Steuerersparnisse. Foto: fotolia Foto: fotolia
Viele der Kritikpunkte wie hohe Kosten und Intransparenz treffen allerdings nicht nur auf Riester-Produkte zu, sondern auch auf andere Finanzprodukte, stellt die Stiftung Warentest in ihrer Februar-Ausgabe des Magazins „test“ fest.



Alternativen durchforsten. Der Verbraucher steht vor der Frage: Was sind die Alternativen, wenn ich die Sicherheit einer lebenslangen Rente will? Für herkömmliche Fonds- und Banksparpläne sichert niemand den Sparern lebenslange Auszahlungen zu. Bei Fondssparplänen kommt noch ein recht hohes Verlustrisiko hinzu. Herkömmliche Rentenversicherungen sind die einzigen Finanzprodukte, die sich wirklich mit Riester vergleichen lassen. Nur sie garantieren wie alle Riester-Sparprodukte Zahlungen bis zum Tod. Dieser lebenslange Schutz kostet extra und in beiden Fällen oft zu viel. Aber es gibt bei beiden auch gute Angebote, bei denen sich die Kosten in Grenzen halten.



Förderzuschüsse und Steuervorteile als Riester-Bonus. Wer heute langfristig für sein Alter vorsorgen will, kann finanziell mit Riester deutlich besser fahren als mit anderen Altersvorsorgeprodukten oder konventionellen Baukrediten. Das liegt an der staatlichen Förderung aus Zulagen und Steuervorteilen, die es für konventionelle Produkte nicht gibt. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern kann jedes Jahr 908 Euro allein an staatlichen Zulagen bekommen. Warum sollte sie darauf verzichten?



Produkt muss zur Lebenssituation passen. Wie bei allen Produkten gibt es auch bei den Riester-Angeboten gute und schlechte, passende und unpassende. Auch bei der Riester-Vorsorge ist es wichtig, ein Produkt zu finden, das günstig ist und zur individuellen Lebenssituation passt. Einen Sparer, der einen Bausparvertrag abschließt und dann nicht baut, kann selbst ein guter Riester-Vertrag sehr enttäuschen.



Voraussetzungen für den Erfolg. Automatisch kommt der Riester-Erfolg nicht. Sparer, die aus Riester ein lohnendes Investment machen wollen, sollten unbedingt diese sechs Punkte einhalten: Die Zulagen beantragen, den Steuervorteil nutzen, den passenden Produkttyp wählen, einen Vertrag für ein günstiges Produkt abschließen, möglichst langfristig anlegen und den Vertrag nicht vorzeitig kündigen. Für Sparer, die diesen Punktekatalog beachten, ist Riester trotz aller Kritik ein rentabler und vor allem sicherer Weg, fürs Alter vorzusorgen.

www.test.de

Zum Thema:

Staatliche Förderung - Zahlen und FaktenWie viel es gibt. Die Grundzulage für jeden Riester-Sparer beträgt bis zu 154 Euro jährlich. Wer Kindergeld bekommt, erhält auch die Kinderzulage, die bis zu 185 Euro für jedes vor dem Jahr 2008 geborene Kind und bis zu 300 Euro für jeden später geborenen Sprössling beträgt. Um die vollen Zulagen zu bekommen, müssen Sparer vier Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlen. Die Förderobergrenze liegt bei 2100 Euro, für Ehepaare mit zwei Verträgen teils bei 2160 Euro.Wer Förderung bekommt. Die Riester-Finanzwelt inklusive der staatlichen Zulagen und Steuervorteile steht jenen offen, die zu einer der folgenden Personengruppen gehören: Beamte, Arbeitnehmer, Erziehende in Elternzeit, Erwerbsunfähige, Pflegende zu Hause, pflichtversicherte Selbstständige – zum Beispiel Handwerker, Lehrer, Hebammen, Künstler, Journalisten, ebenso Empfänger von Arbeitslosengeld I und II, Ehepartner eines Riester-Sparers.
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Erstellt am: 22. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Mai 2012, 02:39 Uhr
Autor: pm/gzn

pm/gzn