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Regionalsport

Pechstein freut sich über ihre „Blut-Macke“

Eisschnellauf Berlin. Rückenwind durch vererbte Blut-Anomalie, Claudia Pechstein hofft wieder auf Freispruch: Führende Hämatologen behaupteten am Montag in Berlin, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte der gesperrten Eisschnelllauf-Olympiasiegerin verantwortlich.

16.03.2010

Claudia Pechstein hat das Lachen zurückgewonnen. Foto: dpa
Foto: dpa
„Ich weiß nun, dass ich eine 'Blut-Macke' habe, aber nicht krank bin. Aber ich weiß auch: Das ist nur ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärte die 38-Jährige sichtlich erleichtert, nachdem ihr führende Experten der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) vor 13 Kamerateams und mehr als 100 Journalisten zudem bescheinigt hatten, nie mit EPO gedopt zu haben. DGHO-Vorsitzender Gerhard Ehninger bestätigte Pechstein eine milde Form der Kugelzellen-Anämie als Ursache für die erhöhten Blutwerte.

Nach den neuen Erkenntnissen, so Ehninger weiter, sei Pechsteins Sperre aus medizinischer Sicht haltlos. „Ich glaube nicht, dass der Befund Frau Pechstein entlastet, weil die hohen Retikulozyten-Werte dadurch nicht erklärt werden“, konterte jedoch der renommierte Pharmakologe Fritz Sörgel, „es kann gut sein, dass sie diese Anomalie hat, aber was ihren Dopingfall betrifft, ist dadurch überhaupt nichts geklärt.“

Auch Doping-Experte Werner Franke meldete Zweifel an: „Die haben mich überhaupt nicht überzeugt“, erklärte Franke der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Tut mir leid, dass ich nur noch satirisch auf solche Fragen antworten kann. Jetzt müsste man doch sagen: Donnerwetter, sie haben eine ansteckende Form einer leistungsmindernden Blutanomalie ausgerechnet bei Ausdauersportlerinnen entdeckt. Ja, sie muss unter Eisschnellläufern ansteckend sein.“

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