Immer montags ist Tischball-Wettkampftag bei Winkelgrunds in Cottbus. Hier liefern sich Reinhard Winkelgrund (l.) und Siegfried Krause (r.) – beide blind – ein Match. Der ebenfalls sehbehinderte Dietmar Mierisch hält die Hand ans Mittelbrett und fühlt, ob der Ball dagegen fliegt, denn dann gibt es einen Spielpunkt für den Gegner.Ohne Handschuh mit Knöchelpolsterung wird Tischball schnell zur schmerzhaften Angelegenheit. Der Plastik-Ball wird von den Spielern über die Platte geschmettert, um ihn im benetzten Torloch des Gegners zu versenken.
Ohne Handschuhe geht nichts beim «Tischball» , oder «Show Down» , wie das Spiel in Holland genannt wird. «Wenn man so einen harten Plastikball an die Fingerknöchel bekommt, tut das tagelang weh» , spricht der Cottbuser aus schmerzhafter Erfahrung. Jeden Montagnachmittag wird die Winkelgrundsche Garage zur Wettkampfzone. Dann liefern sich der Hausherr und drei weitere, ebenfalls blinde beziehungsweise stark sehbehinderte, Mitspieler heiße Wettkämpfe. «Nach den ersten Turnieren hatte ich’s im Rücken» , erinnert sich Winkelgrund. Wer den Spielern zuschaut, weiß auch warum: Tief über die Platte gebeugt, schmettern sie sich den mit Klangkugeln gefüllten Ball per selbstgebauten Kellen hin und her. Mit ihrem feinen Gehör nehmen sie war, wo der Ball an die Bande kracht, fangen ihn ab und schlagen ihn zurück.
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