22. Dezember 2011, 00:00 Uhr

Hertha siegt, Skibbe wird Berliner

3:1 im Pokal gegen Kaiserslautern / Babbel-Nachfolger bestätigt Vertrag bis 2014

Berlin Hertha BSC hat sich im DFB-Pokal im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Markus Babbel gegen den Erstliga-Konkurrenten 1. FC Kaiserslautern mit 3:1 (1:0) durchgesetzt. Adrian Ramos (43.), Pierre-Michel Lasogga (59.) und Patrick Ebert (90.+1) trafen für die Berliner, Itay Shechter (51.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Pfälzer markiert.

Markus Babbel ist bei Hertha BSC längst Geschichte, den Traum des beurlaubten Trainers vom Pokalsieg der Berliner kann nun sein Nachfolger Michael Skibbe verwirklichen. Der Hauptstadtclub befreite sich mit dem 3:1-Sieg im DFB-Achtelfinale gegen Kaiserslautern von den Aufgeregtheiten der vergangenen Tage und steht erstmals nach fünf Jahren im finanziell attraktiven Pokal wieder unter den letzten acht Teams. Im Viertelfinale im Februar 2012 wird Skibbe die Hertha betreuen – dann kommt Borussia Mönchengladbach ins Olympiastadion.

Mitten in den Sieg der Berliner hinein bestätigte Skibbe seinen neuen Hertha-Vertrag bis Sommer 2014. „Wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir mit ihm sprechen“, sagte Michael Preetz. Der Hertha-Manager wollte aber noch keinen Vollzug melden, „da noch nix klar ist“.

Babbel hatte im vergangenen Sommer den Pokalsieg überraschend als Ziel des Neulings ausgegeben. Unter seinem Assistenten Rainer Widmayer, der als Chef für einen Tag die Berliner coachte, kam Hertha dem Finale im eigenen Stadion einen Schritt näher. Adrian Ramos, Pierre-Michel Lasogga und Patrick Ebert sorgten vor 40 944 Zuschauern im kalten Olympiastadion für die entscheidenden Tore. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Pfälzer hatte Itay Shechter geschafft. „Für uns war es nicht so das tolle Pokalspiel. Wir gehen verdient als Verlierer vom Feld“, sagte FCK-Trainer Marco Kurz.

250 000 Euro Ablöse

Skibbe höchstpersönlich verkündete via „Bild.de“ seinen Wechsel in die Hauptstadt. „Ja, ich habe einen Vertrag ab 1. Januar 2012 bis Sommer 2014. Er gilt nur für die erste Liga. Mein erster Arbeitstag ist der 3. Januar. Und dann geht es ja auch schon wieder zurück in die Türkei – ins Hertha-Trainingslager“, sagte der 46 Jahre alte Coach dem Internetportal. Skibbe, der in der Türkei Eskisehrspor trainiert hat, habe seinen Verein am Mittwoch über den Wechsel informiert. Nach Informationen der „Bild“ kostet die Skibbe-Verpflichtung den Berliner Bundesliga-Club 250 000 Euro Ablöse. Skibbe soll am heutigen Donnerstag in der Hauptstadt vorgestellt werden.

Am Mittwoch, in seinem ersten und letzten Spiel als Cheftrainer hatte Widmayer, Babbels ehemaliger Assistent, für die Hertha die Parole „Sicherheit ist Trumpf“ ausgegeben. „Wir sind froh, dass es geklappt hat, obwohl die Turbulenzen der letzten Wochen die Mannschaft auch belastet haben. Es ist uns gelungen, das auszublenden“, sagte Christian Lell nach dem für die Hertha so wichtigen Sieg. „Wir haben Moral und Charakter gezeigt“, sagte Kapitän Andre Mijatovic.

18 Tage nach dem 1:1 im Bundesligaspiel auf dem Betzenberg waren auch die „Roten Teufel“ nicht allzu forsch. Als die Skibbe-Verpflichtung die Runde machte, jubelten die Berliner gerade über die Führung nach einem Konter. Ronny, der für seinen rotgesperrten Bruder Raffael ins Team gerückt war, brachte den Ball zurück zu Ramos, der aus zehn Metern mit einem Flachschuss traf.

Lasogga nutzt Abwehrfehler

Kurz nach der Halbzeit spielte Kaiserslauterns Stürmer mit der Hertha-Abwehr Katz und Maus, Shechter traf nach toller Vorabeit von Olcay Sahan. Doch es dauerte nicht lange, da lagen die Vorteile wieder auf Seiten der Berliner. U21-Nationalspieler Lasogga nutzte einen Fehler in der Gäste-Verteidigung und traf nach einer Energieleistung mit seinem Solo. Jubelnd feierte er sein Tor und lief Widmayer in die Arme, dem er genau wie Babbel viel zu verdanken hat. In einem nun mitreisenden Pokal-Fight hielt Hertha-Keeper Thomas Kraft den Sieg fest. Dann kam Ebert und machte alles klar.
Michael Skibbe Foto: dpa Foto: dpa
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Erstellt am: 22. Dezember 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 22. Dezember 2011, 03:13 Uhr
Autor: Von Jens Mende

Von Jens Mende

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