21. November 2011, 00:00 Uhr

Großes Finale verpasst – aber die Freude überwiegt

TURNEN SC Cottbus schlägt überraschend Topteam Straubenhardt

Cottbus Die Kunstturn-Riege des SC Cottbus hat trotz eines Heimsieges gegen Favorit KTV Straubenhardt den Einzug in das „große Finale“ um die deutsche Meisterschaft verpasst. Die Mannschaft von Trainer Karsten Oelsch belegt am Ende der Vorrunde in der Deutschen Turn-Liga (DTL) den dritten Platz – freute sich aber trotzdem über die gezeigte Leistung.

Ihren Teil der Mission „Kleines Turnwunder“ hatten die Cottbuser am Samstag erfolgreich erfüllt. Der deutsche Rekordmeister brachte in eigener Halle dem Tabellenführer KTV Straubenhardt mit 35:31 Score Points die erste Saisonniederlage bei. Und das, obwohl SCC-Vorturner Philipp Boy wegen seines bevorstehenden Weltcup-Einsatzes fehlte. Und obwohl es Straubenhardt mit einem kleinen Psychotrick in der Lausitz versuchte. Zwar verzichteten die Schwaben wie angekündigt auf Fabian Hambüchen. Doch dessen Nationalmannschaftskollege Marcel Nguyen, zuletzt Weltcup-Zweiter in Stuttgart, stand entgegen allen Ankündigungen doch in der Lausitz-Arena auf der Matte. Nguyen holte immerhin 13 Score Points für den KTV und war damit nach dem Cottbuser Andreas Bretschneider (15 Score Points) gemeinsam mit dem punktgleichen SCC-Athleten Steve Woitalla zweitbester Turner des Tages.

Die rund 800 Zuschauer erlebten einen spannenden Wettkampf: Die Lausitzer zeigten vor allem eine gute Moral und sicherten sich den Sieg in der zweiten Halbzeit, nachdem sie zur Pause mit 23:13 Score Points im Rückstand gelegen hatten. Nach der Pause konnten die Schützlinge von Trainer Karsten Oelsch alle Geräte für sich entscheiden und dominierten dabei vor allem am Barren mit einem 11:4 Score Sieg.

Entscheidung erst am Reck

Dabei wurde der DTL-Klassiker am Reck entschieden. Im letzten Duell sicherte der als Gast turnende Chemnitzer Bretschneider den Cottbusern den Sieg. Beim Stand von 32:31 für die Lausitzer musste der wacklige Straubenhardter Robert Weber seine Übung wegen eines Griff-Fehlers unterbrechen. Bretschneider blieb dagegen nervenstark und brachte drei Punkte auf das Cottbuser Konto. „Ich erkannte die Situation“, meinte der Sachse und erklärte routiniert: „Ich habe einige Höchstschwierigkeiten herausgenommen. Dafür bin ich stabil geblieben.“

Dass es trotz dieses Überraschungssieges am Ende nicht für das große Finale am kommenden Samstag in der Berliner Max-Schmeling-Halle reichte, lag nicht in der Hand der Cottbuser. Nach der unnötigen Niederlage im April beim FC Bayern München war der SCC immer im Zugzwang und musste bis zuletzt auf Schützenhilfe aus den anderen Hallen hoffen. Und so hatten die Lausitzer die Daumen dafür gedrückt, dass die TG Saar in Stuttgart eine knappe Niederlage erleiden würde. Doch die Saarländer behielten mit 50:25 klar die Oberhand und stehen somit im großen Finale gegen den KTV Straubenhardt. Auf die unterlegenen Schwaben treffen die Cottbuser im „kleinen Finale“. In der Liga hatte sich der SCC unerwartet deutlich mit 72:11 gegen die Stuttgarter durchgesetzt.

Im Abstiegskrimi der DTL behielt das TurnTeam Hannover bei der KTG Heidelberg mit 38:32 Score Points die Oberhand und besiegelte den erneuten Abstieg der Heidelberger.

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Erstellt am: 21. November 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 21. November 2011, 03:05 Uhr
Autor: pm/dpa/jal

pm/dpa/jal

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