FCE-Spion Prasnikar
entdeckt Schwächen bei Frankfurt
Ausgerechnet vor dem Spiel in Cottbus am Samstag (15.30 Uhr, Stadion der Freundschaft) hat sich Eintracht Frankfurt aus der Krise geschossen. Doch nach dem Lastminute-Erfolg im Nachholspiel gegen Karlsruhe haben die Hessen große Verletzungssorgen.
Und FCE-Spion Prasnikar hat zudem vor Ort im Spiel der Eintracht einige Schwächen ausgemacht, die sein Team schonungslos ausnutzen soll.
Noch auf der VIP-Tribüne der Frankfurter Commerzbank-Arena raunten sich Bojan Prasnikar und sein Begleiter, FCE-Manager Steffen Heidrich, zu: "Wir dürfen nur auf uns schauen. Unsere eigene Leistung wird entscheiden." Sicher, nur nicht zu leichtfertig werden! Doch die Betonung dieses banal anmutenden Fakts lässt vermuten, dass die beiden Cottbuser am Mittwoch beim 2:1-Sieg der Frankfurter etwas gesehen haben, das sie stark auf den ersten Heimsieg ihrer Elf hoffen lässt. Trotz des späten Sieges durch das Tor von Ioannis Amanatidis in der Nachspielzeit und der Euphorie nach dem Abpfiff präsentierte sich die Eintracht jedenfalls beileibe nicht als Übermannschaft.
"Ich habe interessante Dinge gesehen", gab sich Trainer Prasnikar bei der Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag gewohnt zugeknöpft. Später führte er seiner Mannschaft aber per Videomitschnitt vor, wie Frankfurt zu knacken ist. Vor allem mit hohem Tempo, denn die Frankfurter wirkten 83 Minuten lang stark verunsichert und drehten das Spiel am Ende nur dank zweier Fehler der Karlsruher Hintermannschaft. "Die Eintracht ist ein Gegner auf Augenhöhe", sagte deshalb auch Steffen Heidrich und fügte an: "Wir wollen endlich den ersten Heimsieg." Im Hinterkopf hatte der Manager mit Sicherheit auch die Meldungen aus Frankfurt: Torschütze Amanatidis musste bereits am Donnerstagmorgen am Außenmeniskus operiert werden. Zudem hat sich das Eintracht-Lazarett mit Chris (Schulterverletzung), Benjamin Köhler (Knieprellung), und Aaron Galindo (Schienbeinentzündung) weiter vergrößert.
Prasnikar lässt zwei Stürmer ranFrankfurt kommt humpelnd in die Lausitz und soll hier gebührend empfangen werden. "Alle Spieler müssen mehr Druck machen", forderte Prasnikar und deute eine Umstellung der Taktik an. Weil Stanislav Angelov wegen seiner Nasennebenhöhlenentzündung länger ausfällt und Igor Mitreski gesperrt ist, rückt Mariusz Kukielka – falls er spielen kann (siehe Zum Thema) – wieder in die Innenverteidigung. Der leere Platz im defensiven Mittelfeld wird aber offensichtlich nicht besetzt. Beim Training am Donnerstag standen mit Branko Jelic und Dimitar Rangelov zwei Stürmer in der vermeintlichen Anfangself.
Stiven Rivic ist eine OptionAußerdem setzt Prasnikar seine Hoffnungen auf den wiedergenesenen Stiven Rivic. Dessen schnelle Dribblings wurden zuletzt schmerzlichst vermisst. Nun wird der Kroate zumindest als Einwechselspieler die erste Option für Prasnikar sein. Der Slowene machte nach dem Training seiner Mannschaft deutlich, dass er ein "Spiel für den Charakter" erwarte. Am liebsten würde er den Heimsieg erzwingen, so energisch spricht er von der "starken Position", in der er sein Team sieht: Das Publikum im Rücken, die Wut aus den zuletzt schwachen Vorstellungen gegen Hamburg und Köln im Bauch – das muss doch Energie freisetzen.
Erstellt am: 24. Oktober 2008, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. November 2008, 16:25 Uhr
Autor: VON JAN LEHMANN

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