28. Mai 2011, 00:00 Uhr

Das „Vettel-Phänomen“

MOTORSPORT Auch an diesem Sonntag geht der Formel-1-Pilot in Monte Carlo als Favorit auf die Strecke

Monte Carlo Sebastian Vettel leistet sich so gut wie keine Fehler mehr. Und wenn, dann steckt er sie kontrolliert weg. In Monaco will er sich nun am Sonntag fürstlich belohnen lassen. Das Lausbuben-Grinsen und Freudengesänge des 23-Jährigen inklusive.

Spielt derzeit nicht nur mit der Konkurrenz: Sebastian Vettel testet an einem Simualtor die Strecke von Monte Carlo. Foto: dpa Foto: dpa
Er lernt so schnell, wie er Auto fährt: Sebastian Vettel, das Formel-1-Phänomen. „Sebastian macht einen Super-Job, und ich bin nach wie vor beeindruckt von ihm. Er braucht schon lange keine Fürsprecher mehr, er weiß selbst am besten, was er machen muss“, sagte seine Kumpel Michael Schumacher.

In Monaco, wo Rekordweltmeister Schumacher schon fünfmal triumphierte, will Titelverteidiger Vettel seine beeindruckende Bilanz ausbauen: Sechs der zurückliegenden sieben Rennen (inklusive der beiden letzten WM-Läufe 2010) beendete der Heppenheimer auf Rang eins. Die RUNDSCHAU erklärt, warum er auch in Monaco gute Chancen auf einen Sieg hat:



Ungestüm war gestern:

Vettel agiert heutzutage kontrollierter. „Er ist schon immer ein phänomenales Talent gewesen und nun wird er immer reifer und sammelt mehr Erfahrung“, sagte Red Bulls Teamchef Christian Horner. „Es ist daher nur die natürliche Entwicklung eines jungen Fahrers.“ Man könne definitiv sehen, „wie er hinter dem Lenkrad gereift ist“, sagte Vettels Red-Bull-Vorgänger David Coulthard: „Er hat aus seinen Fehlern in der Vergangenheit gelernt.“



Vettel fährt kalkulierter:

Auch wenn Siege, von denen Sebastian Vettel in bislang 67 Rennen 14 feierte, weiter das Ziel bleiben. Aktionen wie der peinliche Crash mit Teamkollege Mark Webber 2010 in der Türkei haben den Reifeprozess des Heppenheimers beschleunigt. „Im vergangenen Jahr hat er nicht dominiert. Da hatte er einige schwierige Situationen“, meinte Teamchef Martin Whitmarsh von Red Bulls derzeit ärgstem Verfolger McLaren.

Er macht kaum Fehler: „ Er fährt besser denn je“, betonte Whitmarsh. „Er macht keine Fehler. Wenn man vorne steht mit einem starken Auto, ist es halt auch viel einfacher, als wenn man von hinten kämpfen muss.“ Doch auch die Erfahrung machte Vettel in seiner jungen Karriere bereits. Im eigentlich unterlegenen Toro Rosso feierte er 2008 seinen ersten Formel-1-Sieg. Ging aber mal etwas schief, schnaubte Vettel wie ein junger wilder „Red Bull“.

Wählt die richtige Strategie:

Dass manchmal weniger auch mehr sein kann, lehrte Sebastian Vettel das Rennen im vergangenen Jahr in Monza. Dank eines Strategie-Streichs mit einem Last-Minute-Reifenwechsel rettete er Rang vier. Besser als nichts, wie in Istanbul, als sogar der zweite Platz praktisch sicher gewesen war. Der fast schon kindliche Trotz nach Pleiten wich der Souveränität. Fehler wurden Mangelware. Vettel wurde Weltmeister.

Und bleibt auf dem Boden: Für Coulthard kommt ein weiterer entscheidender Aspekt in der „Weltmeisterwerdung“ von Vettel hinzu. „Das Bemerkenswerteste ist, dass er außerhalb weiter auf dem Boden geblieben ist“, betonte der Schotte. „Es gab Fahrer, die abgehoben sind, sobald sie ein bisschen erfolgreich wurden.“ Vettel sei ein Segen für den Motorsport und für die heranwachsende Jugend, die ihn bewundere und in ihm das beste Vorbild habe, meinte Haug.
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Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 28. Mai 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 28. Mai 2011, 01:39 Uhr
Autor: Von Jens Marx und Elmar Dreher

Von Jens Marx und Elmar Dreher

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