Das Duell
Selbstbewusste Bayern treffen auf sarkastische Dortmunder
München Die ersten Vier der Bundesliga-Tabelle treffen sich 13. Spieltag und dennoch richten sich die Blicke vor allem auf das Top-Duell: Bayern empfängt Dortmund.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke findet Münchens Buhlen um Mario Götze „nicht stilbildend“ – leise Kritik oder mühsam unterdrückte Wut? Wie gut, dass Trainer Jürgen Klopp seinen Sarkasmus nicht verloren hat. Er befindet, man habe einige taktische Mittel, um „Bayern auf unser Niveau herunterzuziehen“.
Am Samstagabend (Anpfiff 18.30 Uhr) wird einiges klarer sein für die laufende Bundesliga-Saison. Gewinnt Tabellenführer Bayern München gegen den Meister und Tabellen-Zweiten Dortmund, sind es acht Punkte Vorsprung – das wäre, nimmt man die ehrfurchtgebietende Ausstrahlung der Münchner hinzu, ein Stand, bei dem man die Meister-Frage für lange Zeit vergessen könnte.
Hinzu kommt die noch frische Erinnerung an die Vorsaison, den sehr symbolkräftigen 3:1-Sieg der Dortmunder in München: „Die Bayern sind in ihrem Stolz verletzt“, sagt Ottmar Hitzfeld, der es als früherer Meistertrainer für beide Seiten besser weiß als jeder andere. „Wir haben es letzte Saison selber vermasselt“, sagt Bayerns Stürmer Mario Gomez, „wir waren nicht gut genug.“ Er lässt keinen Zweifel daran, dass sie es diesmal sein werden.
Verfolgertrefffen in Gladbach
Während man das Duell „Eins gegen Zwei“ für diesen 13. Spieltag schon vor der Saison hätte erraten können, muss die Paarung „Vier gegen Drei“ als Überraschung gelten: Mönchengladbach gegen Werder Bremen. Obwohl moderne Trainer Star-Kult und Personalisierungen gern meiden, geht es hier leicht erkennbar auch um Einzelspieler. „Wir müssen die Passwege zu Marco Reus zustellen“, sagt Bremens Trainer Thomas Schaaf über den Gladbacher Star (sieben Tore, drei Torvorlagen). „Man muss Claudio Pizarro vom Strafraum fernhalten“, sagt Gladbachs Verteidiger Martin Stranzl über seinen Gegenspieler (elf Tore, vier Vorlagen).
Köln nach dem Overath-Schock
Einige Brisanz verspricht auch das Niedersachsen-Derby zwischen Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg: Genüsslich zählen die Fans aus der Landeshauptstadt auf, wie ihr Klub in den letzten zwei Jahren aus wenig Geld und wenigen Transfers viel machte, während der VW-Klub gerade umgekehrt aus reichlich Geld und zahllosen Wechseln wenig holte. „Hannover ist da, wo wir hinwollen“, sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath und meinte Konstanz und Geschlossenheit. Wenn das nicht bald klappt – und womöglich sowieso – wird Magath im Winter wieder auf Einkaufstour gehen.
Auch die weiteren Spiele vom Samstags beantworten Fragen: Wie hat die Kölner Mannschaft (gegen Mainz 05) die Erschütterung durch den Rückzug von Präsident Overath verkraftet? Kann Schalke gegen Nürnberg seinen Höhenflug fortsetzen?
Und holt sich Freiburg gegen Hertha die nach Länderspielpausen inzwischen übliche Niederlage ab? Sie alle werden beherzigen, was Jürgen Klopp für den Dortmunder Auftritt verspricht: „Wir werden uns so aufstellen, dass der, der den Ball hat, maximal Druck bekommt.“
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Erstellt am: 19. November 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 19. November 2011, 03:33 Uhr
Autor: dapd/jal

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