29. Januar 2010, 00:00 Uhr
Auf der Suche nach der guten Laune
FCE-Profi Emil Jula und die Leiden eines glücklosen Stürmers
Die Hoffnung auf Erfolg ist bei Energie Cottbus eng mit dem Namen Emil Jula verknüpft. Der Stürmer wurde zuletzt zum Sinnbild für vergebene Torchancen – wieder einmal. Vor dem Spiel am heutigen Freitag bei Greuther Fürth (18 Uhr) stellt sich die Frage: Wie schnell kann der lange Rumäne seine persönliche und damit vielleicht auch die Krise des FCE überwinden?
Eigentlich hatte Emil Jula am Montagabend am Elfmeterpunkt alles richtig gemacht. Er übernahm Verantwortung, er hatte sich im Kopf für eine Ecke entschieden und er beförderte aus elf Metern den Ball mit viel Wucht auf das Tor. Aber er hatte eben nur fast alles richtig gemacht. Denn sein Schuss war viel zu unplatziert, als dass er MSV-Torhüter Tom Starke vor ernsthafte Pro bleme gestellt hätte.
Ein Fehlschuss mit Folgen. Energie verlor am Ende 0:1 und Jula droht erneut in eine ernsthafte Krise zu rutschen. „Emil hat in der Kabine geweint wie ein Schlosshund“, berichtet Claus-Dieter Wollitz.
Energies Trainer hatte nach dem Fehlschuss am Montag genau zwei Handlungsmöglichkeiten: Er hätte Jula relativ zügig vom Feld holen können, als absehbar war, dass der Angreifer nervlich unter dem vergebenen Elfmeter litt. Oder er hätte ihn weiterspielen lassen können. Der Coach entschied sich für Variante zwei. Auch in Fürth wird Jula wieder in der Startformation stehen, weil Wollitz weiß, wie wichtig dieses Vertrauen gerade jetzt ist: „Emil ist ein Gute-Laune-Spieler. Er muss wieder Freude an seinem Beruf haben. Dabei müssen wir ihm alle helfen.“ Zumal sich die vergebenen Großchancen wie ein roter Faden durch Julas Engagement in Cottbus ziehen. In der vergangenen Saison verfehlte er gegen Hertha BSC freistehend das leere Tor. Viele glauben, dass mit diesem Fehlschuss die Weichen endgültig auf Abstieg gestellt wurden.
Dabei schien sich Jula von diesem traumatischen Augenblick ganz gut erholt zu haben. Er spielte eine passable Hinrunde, erzielte sechs Treffer. Doch seit Montag ist die gute Laune wieder weg. Wollitz sieht einen Grund für Julas Nervenschwäche in der seiner Meinung nach ungenügenden Wertschätzung des Rumänen in der vergangenen Saison – ein indirekter Vorwurf an den damaligen FCE-Coach Bojan Prasnikar. Derzeit mache sich Jula – genau wie Sturmpartner Leonard Kweuke – zu viel Druck, um allen Kritikern die uneingeschränkte Tauglichkeit für den deutschen Profifußball zu beweisen. Zuletzt sind beide daran verkrampft. In Fürth haben sie die Chance, diese Verkrampfung zu lösen.
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